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Hamburgs City steht vor radikalem Umbau

Der Plan: Ein neuer Ost-West-Boulevard und Abriss der Hochhäuser am Klosterwall. Stadtentwicklungskonzept noch in diesem Jahr.

Hamburg. Der Senat will noch in diesem Jahr ein neues Stadtentwicklungskonzept auf den Weg bringen, das eine deutliche Umgestaltung und Belebung der Hamburger Innenstadt vorsieht. Überlegt wird nach Abendblatt-Informationen unter anderem, die vier prägnanten City-Hochhäuser am Klosterwall in der Nähe des Hauptbahnhofs komplett abzureißen und statt Büros dort auch Wohnungen zu bauen. Schon am Mittwoch wird die Stadtentwicklungsbehörde einen Zwischenstand der Planungen vorstellen.

Ziel des Konzepts ist es, das Zusammenwachsen von HafenCity , Alt- und Neustadt in den kommenden zehn bis 15 Jahren zu forcieren. So wollen die Planer zum Beispiel Barrieren zwischen den drei Stadtteilen wieder öffnen: Die frühere Ost-West- und heutige Ludwig-Erhard- und Willy-Brandt-Straße soll zu einem modernen Großstadt-Boulevard umgebaut werden - mit großen Bäumen und neuen Gebäuden. In der Überlegung ist dabei auch eine mögliche Untertunnelung der sechsspurigen Verkehrsachse - was allerdings wegen der vielen Leitungen im Untergrund als technisch anspruchsvoll und sehr teuer gilt.

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Darüber hinaus sollen zusätzliche Geschäfte und deutlich mehr Wohnungen die City attraktiver machen. Auf der Cremoninsel gibt es bereits erste Pläne, Bürogebäude aus den Nachkriegsjahren wieder abzureißen und durch einen Wohnkomplex zu ersetzen. 150 neue Wohnungen sind dort geplant. Bisher darf in Geschäftslagen in Hamburg nur in Ausnahmefällen Wohnraum geschaffen werden. Das soll sich mit dem Innenstadtkonzept ändern.

Den Anstoß für die neuen Überlegungen hatte das starke Wachstum der HafenCity gegeben. Die Fläche der Hamburger Innenstadt wird sich dadurch um rund 40 Prozent vergrößern. Rund 12 000 Menschen werden in dem neuen Stadtteil am Wasser in den kommenden Jahren wohnen - fast so viele wie heute in der Neu- und der Altstadt zusammen. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in den beiden Stadtteilen innerhalb des historischen Wallrings allerdings sogar gut 65.000 Hamburger.

In den nächsten Wochen sollen verschiedene Interessengruppen und auch Bürger an dem Konzept mitarbeiten. Bisher wurden die Vorschläge von externen Arbeitsgruppen erarbeitet, an denen sich die Handelskammer, Vertreter des Hamburger Einzelhandels und private Stadtplaner beteiligt hatten. Voraussichtlich im Juni will die Stadtentwicklungsbehörde das endgültige Innenstadtkonzept präsentieren.