Neujahr

Aufräumen in Hamburg nach der großen Silvesternacht

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Michaela Klauer

Party war gestern, aufräumen ist heute: Seit dem frühen Morgen kämpft die Stadtreinigung in Hamburg gegen Böllerreste und Silvester-Müll.

Hamburg. Die Silvesterparty ist vorbei, dabei hat sie für die Einsatzkräfte der Stadtreinigung Hamburg gar nicht erst begonnen. Seit 2.30 Uhr sind Philipp-Maurice Sternberg, Timo Stoll und rund 50 weitere Mitarbeiter mit 20 Fahrzeugen unterwegs, um die Reste der langen Nacht zu beseitigen. Als Sofortmaßnahme lässt die Stadt traditionelle Silvester-Treffpunkte in Hamburg am Neujahrsmorgen sauber machen. Einsatzgebiet für die Männer und Frauen in Orange: Landungsbrücken, Reeperbahn, Fischmarkt, Jungfernstieg, Innenstadt, Großneumarkt und das Areal rund um die Binnen- und Außenalster.

Angefangen haben Sternberg, Stoll und ihr Trupp in aller Frühe auf der Lombardsbrücke. Von da ging es weiter in die Innenstadt in Richtung Jungfernstieg. "Da kann man schon wieder laufen, ohne über lauter Flaschen zu stolpern“, sagt Sternberg. Rund 30 Tonnen Böllermüll werden am Neujahrstag 2012 in der Hansestadt zusammenkommmen. Das entspricht laut Stadtreinigung der Menge des Vorjahres.

Um kurz nach 11 Uhr dringt einer der insgesamt drei Trupps, ausgestattet mit Kehrwagen, Besen und Presswagen mit Platz für elf Tonnen Müll, auf einen der Brennpunkte vor: der Kiez. Tausende begrüßten hier das neue Jahr – und hinterließen deutlich sichtbare Spuren. Die Mülleimer entlang der Reeperbahn quellen über, abgebrannte Raketen, zerbrochene Flaschen und regendurchweichte Böllerreste verdrecken Straße und Gehwege.

"Zwei bis drei Stunden wird das etwa dauern“, sagt Stoll. Er hat Erfahrung mit der Reinigung am Neujahrsmorgen. Sein Kollege Sternberg hingegen ist zum ersten Mal dabei. Mit großen Besen beginnen die Aufräumarbeiten im Nieselregen. "Wir haben Glück mit dem Wetter“, sagt Stoll. Zwar kleben Böllerreste und Papier auf dem Asphalt, doch wirklich ärgerlich ist für die Stadtreinigung vor allem Winterwetter mit Schnee und Eis. "Im letzten Jahr war es viel schlimmer“, sagt Stoll.

Am Ende soll alles wieder so aussehen, wie vor der Silvesternacht. Dabei ist die für manche auf dem Kiez noch nicht einmal vorbei. Aus dem "Docks“ am Spielbudenplatz dringt laute Musik. Ein letzter Partygast zündet übriggebliebenes Feuerwerk: kleine Leuchtkugeln schießen in den grauen Vormittagshimmel. Hier und da explodiert ein Silvesterkracher. Die angerückte Stadtreinigung wird mit freundlichem Schulterklopfen begrüßt.

Der Spielbudenplatz versinkt in Dreck und Regenpfützen. Hier muss die Stadt allerdings nicht ran. Für die Reinigung ist der Betreiber verantwortlich. Wenn der Kiez ansonsten wieder sauber ist, zieht die Putzkolonne zum Fischmarkt. Außerdem wollen sich die "Saubermänner“ noch um die Grünanlagen an der Alster kümmern. "Da ist natürlich auch das Bezirksamt zuständig“, sagt Sternberg "aber für die Optik machen wir da noch ein bisschen was.“

Während andere noch feiern, wird es für Sternberg, Stoll und ihre Kollegen ein langer Arbeitstag. Bis circa 17 Uhr werden sie noch brauchen. Rund 14 Stunden waren sie dann unterwegs, um in Hamburg wieder "rein Schiff zu machen“.

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