Krisengespräch: Schadensaufnahme liegt vor

Schlagloch-Gipfel in der Behörde

Foto: Patrick Piel

Der Senat gibt zehn Millionen Euro für ein Sofortprogramm. Das reicht den Bezirken nicht aus. Sie fordern sechsmal so viel für die Sanierung der Straßen.

Hamburg. Der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) liegen seit Freitag die Listen der Straßen in den Bezirken vor, die dringend saniert werden müssen. Es sind Hunderte, und die Kosten dafür liegen nach Schätzungen bei deutlich mehr als 60 Millionen Euro.

Die BSU hat in einem Sofortprogramm für die Beseitigung der schlimmsten Frostschäden dieses Winters aber zunächst nur eine Summe von zehn Millionen Euro bewilligt (wir berichteten). Anhand der Listen, die die Bezirke jetzt eingereicht haben, soll nun geprüft werden, welche Straßen als erstes in Angriff genommen werden. Dabei spielt eine Rolle, ob diese eine wichtige Funktion im Hamburger Straßennetz haben: "Natürlich haben die Straßen Vorrang, die eine erhebliche Verkehrsbelastung haben oder für den Öffentlichen Personennahverkehr von großer Bedeutung sind", sagt Behörden-Sprecher Enno Isermann.

Wie groß der Bedarf der Bezirke ist, wird durch die Prioritätenlisten deutlich: Allein der Bezirk Nord hat 88 Straßen aufgeführt, die instand gesetzt werden müssen: "Wir brauchen dafür rund 40 Millionen Euro. Da sind zehn Millionen Euro, die sich sieben Bezirke teilen müssen, nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Bezirksamtsleiter Wolfgang Kopitzsch (SPD). Auch für Mittes Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) steht fest: "Wir haben etwa 500 Schadensstellen im Bezirk und brauchen für die Sanierung rund 14, 4 Millionen Euro. Deshalb muss die BSU deutlich mehr Geld in die Hand nehmen." Auch Eimsbüttels Baudezernent Reinhard Buff ist sich sicher: "Die zehn Millionen Euro für sieben Bezirke werden nicht ausreichen."

Der Bergedorfer Bezirksamtsleiter Christoph Krupp (SPD) sagt: "Es werden täglich neue Straßenschäden festgestellt, die wirklich massiv sind. Deshalb wird die Liste immer länger." Der Bezirk benötigt mindestens 4,5 Millionen Euro für die Straßensanierung.

Die Verteilung der Mittel aus dem Sofortprogramm wird noch für viel Diskussionsstoff sorgen. Am 22. März treffen sich Vertreter der sieben Bezirksämter zum "Schlagloch-Gipfel" in der Behörde. Insgesamt stehen in diesem Jahr 49 Millionen Euro für Straßensanierungen zur Verfügung. Aber Sprecher Isermann signalisiert bereits: "Inwieweit darüber hinaus Mittel notwendig sind, um Hamburgs Straßen nach dem langen Winter verkehrstüchtig zu machen, wird die Auswertung der Schadensmeldungen zeigen."

Die gute Nachricht: Wenn das Wetter es zulässt, soll in der Edmund-Siemers-Allee und auf der Holsteiner Chaussee bereits ab dem 20. März mit Asphaltierungsarbeiten begonnen werden. Behörden-Sprecher Isermann erklärt: "Erst wenn eine Temperatur von etwa sechs Grad herrscht, können wir mit den Straßensanierungen starten."