Zwischenruf

Der twitternde Michel

Über Sinn und Unsinn des Micoblogging-Dienstes Twitter ist schon viel diskutiert worden. Kritiker des Online-Exhibitionismus sind ja der Meinung, dass es wirklich keine Sau interessiert, wenn in 140 Zeichen in alle Welt rausposaunt wird, dass einem gerade das Frühstücksbrötchen mit der Marmeladenseite nach unten gefallen ist. Deutlich weltbewegender und dabei von schlichter Brillanz sind die Einträge des Hamburger Wahrzeichens Nummer eins, dem Michel. Ja, man höre und staune: Die St.-Michaelis-Kirche ist im Web 2.0 ganz vorne mit dabei! Punkt 17.30 Uhr auf twitter.com/michelhamburg: "DENG DENG" - Kolossal! "DENG DENG DENG DENG ... DONG DONG DONG DONG DONG" - 18 Uhr. Klar, zur vollen Stunde darf es schon etwas mehr Glockengeläut sein. Der Wahnsinn an der Sache: Der Michel twittert Tag und Nacht. 66 Internetnutzer, das kann man sehen, haben die Dengs und Dongs schon abonniert. Ich übrigens auch. Und von Diskussionen über Sinn und Unsinn bitte ich in diesem Fall abzusehen. Hamburger spinnen halt. Oder kennen Sie noch eine Stadt dieser Welt, die einen twitternden Kirchturm hat ...?