Zwischenruf

Ein Zug nach nirgendwo

Morgens in der Regionalbahn von Bad Oldesloe zum Hauptbahnhof. Ich lese im Abendblatt, dass die Bahn pünktlicher und die Hersteller von Zügen künftig per Gesetz stärker in die Pflicht genommen werden sollen. Zu diesem Zeitpunkt ahne ich noch nicht, was mir und Hunderten von Pendlern in der Bahn bevorsteht: Wir werden wegen einer liegen gebliebenen Lok irgendwo auf der Strecke zwischen Rahlstedt und Hasselbrook gut 35 Minuten zum Warten gezwungen, während die Schnellzüge aus Lübeck auf dem anderen Gleis an uns vorbeidonnern. Endlich geht es weiter - aber nur gefühlte 20 Meter. Dann die Durchsage: Wegen einer Bombendrohung ist die Einfahrt in den Hauptbahnhof auf unbestimmte Zeit verboten. Handys werden in die Hand genommen, Konferenzen verschoben, Auszubildende rufen ihre Lehrmeister an, Teilzeitkräfte überlegen, ob es sich überhaupt noch lohnt, zur Arbeit zu gehen. Zugegeben, für die Bombendrohung kann die Bahn nichts. Aber ich frage mich: Hätte ein vorausschauender Zugführer nicht schon früher das Umsteigen empfehlen können? Stattdessen: Gleichmut, die Bahn kostet es ja auch nichts! Herr Verkehrsminister, bitte machen Sie schnell!