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Kitas: Immer wieder Ärger wegen Lärm

In Hamburg haben sich schon häufiger Anwohner über den Lärm von Kindertagesstätten beschwert: Der bisher spektakulärste Fall war die Kita Marienkäfer. Diese wurde im März 2001 das erste Mal verklagt. Das Verwaltungsgericht lehnte damals einen Widerspruch der Nachbarn gegen die Nutzungsänderung des Grundstücks ab. Aber die Anwohner kämpften weiter für ihre Ruhe. 2005 beschloss das Landgericht Hamburg die Schließung der Kita wegen Lärmbelästigung.

Nach einem Vergleich musste die Einrichtung ihren alten Standort an der Straße Nöpps in Marienthal bis Ende Juli 2008 verlassen. Auch der Bau der neuen Kita am Zikadenweg in Marienthal wurde durch Klagen der Nachbarn von Beginn an erschwert. Bevor Mitte Juli 2008 die 55 Kinder einziehen konnten, musste eine 60 Meter lange Lärmschutzwand errichtet werden. Im Zuge dieses Vorgangs hatte die Bürgerschaft jedoch ein Kinderlärm-Gesetz verabschiedet. Darin heißt es: "Kinderlärm ist (...) als selbstverständlicher Ausdruck kindlicher Entfaltung hinzunehmen."

Auseinandersetzungen mit den Nachbarn gab es auch immer wieder bei der Kindertagesstätte Reventlowstraße von SterniPark e.V. in Othmarschen. Nach Protesten von Nachbarn hatte das Verwaltungsgericht den Betrieb der Kita gestoppt. Über die Streitereien zwischen Nachbarn, Kita-Betreibern, Bauamt, Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht in Othmarschen berichtete damals sogar die "New York Times". Doch schließlich erteilte das Bezirksamt Altona im Mai 2009 eine neue Bau- und Nutzungsgenehmigung für die Villa. Anstatt der ursprünglich 45 Kinder dürfen hier jetzt nur noch 22 Kinder betreut werden.