Kommentar: Hamburg-CDU im Umfragetief

Ein Einknicken wäre kurzsichtig

Flüchten oder standhalten? Das ist die Kernfrage für die Hamburger CDU angesichts des dramatischen Umfrage-Einbruchs. Es gibt nicht wenige Christdemokraten, die jetzt am liebsten zurück in den sicheren Hafen alter Überzeugungen möchten - die Stammwählerschaft fest im Blick. Doch eine solche Handlungsweise wäre kurzsichtig, sie würde auch nicht überzeugend sein. Die CDU hat - unter der maßgeblichen Regie von Bürgermeister Ole von Beust - 2008 mit guten Gründen ein Projekt begonnen, das bundesweit einmalig ist: den lagerübergreifenden Brückenschlag zu den Grünen. Dahinter steht die Überzeugung, dass eine moderne Großstadtpolitik auch in solcher Konstellation, eben mit der CDU, möglich ist. Erste Voraussetzung für eine Erholung der Union ist ein vernünftiger, nachvollziehbarer Kompromiss im Primarschulstreit, der in der Stadt auf breite Akzeptanz trifft. Die Wähler honorieren die Zaghaften nicht.