Telekommunikation

Neuer Chef für Hamburger Hansenet

Foto: Telefónica O2 Germany GmbH & Co. OHG

Lutz Schüler (42) war bislang bei O2 für das Marketing zuständig. Jetzt wird er Chef bei der Hamburger Hansenet (Alice).

Hamburg/Barcelona. Der Hamburger Telekommunikationsanbieter Hansenet (Alice) bekommt mit Lutz Schüler (42) schon wieder einen neuen Chef. Der bisherige Vorstand Paolo Ferrari, der seit 1. April 2009 im Amt ist, wird mit sofortiger Wirkung von Schüler abgelöst. Hintergrund ist die inzwischen auch von der EU-Kommission genehmigte Übernahme von Hansenet durch den spanischen Telefonkonzern Telefónica O2. Schüler, dessen Ernennung formal noch vom Aufsichtsrat abgesegnet werden muss, war bislang bei O2 für das Marketing zuständig. Ferrari wird dem Vernehmen nach zur ehemaligen Hansenet-Mutter Telecom Italia zurückkehren.

"Hansenet ist für uns ein Vehikel, stärker und schneller zu wachsen", sagte gestern Jens Prautzsch, Direktor für Strategie von Telefónica Deutschland, auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona. Den 2,3 Millionen Kunden von Hansenet und den 15,6 Millionen O2-Kunden in Deutschland sollen dazu künftig Bündelangebote unterbreitet werden, in denen Mobilfunk und Festnetz zusammengefasst sind. Ausgewählte O2-Shops würden vom März an die ersten Hansenet-Produkte mit in ihr Angebot aufnehmen.

Auch nach der Übernahme soll Hansenet weiterhin als eigene Gesellschaft mit Unternehmenssitz in Hamburg geführt werden, wie René Schuster, Deutschlandchef von Telefónia O2, sagte. Nach Informationen des Abendblatts wird O2 im Gesamtkonzern auf dem deutschen Markt künftig für den Mobilfunkbereich zuständig sein, während Hansenet unter der Marke Alice das DSL-Geschäft von Telefónica O2 steuern wird. Das Hamburger Unternehmen gehörte schon vor der Übernahme mit zwei Millionen Kunden und einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro zu den großen DSL-Anbietern in Deutschland.

Für die Kunden soll sich durch die Übernahme nichts ändern. Telefónica O2 hat 900 Millionen Euro für Hansenet bezahlt. Zudem sollen noch Schulden im mehrstelligen Millionenbereich übernommen worden sein.