Stadtentwicklung

Einigung über Pläne für Bernhard-Nocht-Quartier

Der Streit um das Bernhard-Nocht-Quartier auf St. Pauli scheint beendet. Das Bezirksamt Mitte hat zusammen mit den Bezirkspolitikern und mit dem Immobilienunternehmen Köhler & von Bargen ein neues Konzept für den Komplex erarbeitet. Gestern Abend wurden die Details beschlossen.

"Nun müssen die Ergebnisse noch schriftlich formuliert werden, denn die Detailfragen können nicht in die Baugenehmigung aufgenommen werden", sagt Andy Grote, der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion.

Neben der Baugenehmigung soll es nach Informationen des Bezirksamts Mitte einen städtebaulichen Vertrag geben, der diese Details und eine Erklärung der Investoren festhält. "Dann können für das Bauvorhaben endlich grünes Licht gegeben werden und die Baugenehmigung verschickt werden", sagt Bezirksamtsleiter Markus Schreiber.

Grundsätzlich wurde bereits festgelegt, dass die sanierungsbedürftigen Altbauten, in denen sich derzeit Mietwohnungen befinden, mithilfe einer öffentlichen Förderung saniert werden. Die Nettokaltmiete soll hier auch nach der Sanierung nicht mehr als durchschnittlich 6,50 Euro betragen, festgelegt auf zehn Jahre. Zudem soll etwa die Hälfte des Quartiers zu Eigentumswohnungen werden, die andere wird vermietet. Zu dem Bereich Mieten gehören dann die Gewerberäume, sagt Schreiber. Auch in den Neubauten, die auf dem Areal geplant sind, sollen Mietwohnungen entstehen. Im ehemaligen Erotic Art Museum und in einigen Nebenräumen ist eine Künstlerpassage vorgesehen, deren Räume ebenfalls günstig zu mieten sein werden.

Mit diesen neuen Plänen hofft das Bezirksamt, den Streit zwischen Anwohnern und dem Immobilienunternehmen Köhler & von Bargen beizulegen. "Ich hoffe, dass wir einen guten Kompromiss gefunden haben", sagt Schreiber. Zum Hintergrund: Köhler & von Bargen hatte den Gebäudekomplex auf St. Pauli gekauft und wollte hier ein Quartier mit 80 Eigentumswohnungen bauen. Doch eine Gruppe von Anwohnern stellte sich gegen die Pläne und gründete das Interessensbündnis NoBNQ. Die Gründer wollten das Quartier selbst gestalten und erreichen, dass die Häuser an der Bernhard-Nocht-Straße und an der Erichstraße von der Stadt zurückgekauft und genossenschaftlich organisiert werden.