Hamburg bewegt sich!

So bleiben Sie fit und fühlen sich richtig wohl

Foto: AP

Der Start in ein neues Jahr ist immer auch ein Moment für gute Vorsätze. Viele Menschen wollen mehr für ihre Gesundheit tun. Wir helfen Ihnen dabei.

Fit zu werden ist schon schwer, fit zu bleiben noch viel mehr." Wilhelm Busch hätte es möglicherweise so formuliert, und er hätte recht gehabt. Haben wir uns aufgerafft, in unserem Alltag mehr Bewegung zuzulassen, dürfen wir das höchstens als Etappensieg verbuchen. Der Kampf gegen den inneren Schweinehund ist damit nicht gewonnen. Er muss täglich neu geführt werden. Der Mensch, das bleibt das Problem, ist bequem. Die Couch lockt mehr als das Fitness-Studio, und bei aller Überzeugung, weiter mehr für unseren Körper tun zu müssen, sind die Versuchungen groß, den nächsten Lauf, die nächste Radtour, den nächsten Besuch im Schwimmbad oder Sportverein auf morgen zu verschieben, auf übermorgen, auf irgendwann. Das ist wie mit der Schokolade. Ein Stück kann ich mir heute ausnahmsweise gönnen, am Abend dann ist die ganze Tafel verzehrt.

Das süße Gift des Nichtstuns schmeckt köstlich, aber es ist ein trügerischer Genuss. "Unser Körper", sagt der Hamburger Sportmediziner Prof. Klaus-Michael Braumann, "hat sich im Laufe der Evolution zu einem äußerst ökonomisch arbeitenden System entwickelt. Jede Nahrungskalorie, die nicht sofort zur Energiebereitstellung genutzt wird, wandelt er in Fett und speichert sie in dieser Form." Fett, vor allem das Bauchfett, ist meistens der Ausgangspunkt sogenannter Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und Problemen des Herz-Kreislauf-Systems.

Die Serie " Hamburg bewegt sich "

Das wissen Sie alles. Und dennoch brechen 60 bis 70 Prozent der Einsteiger ihre sportlichen Aktivitäten in den ersten drei Monaten ab. Fit werden will gelernt sein. Das unterschätzen die meisten. Selbst Geiz ist in diesem Fall nicht geil. Die meisten Aussteiger haben mit ihrem Fitness-Studio oder ihrem Verein Verträge über ein Jahr geschlossen, manche über zwei. Sie müssen weiter zahlen - und ihr Körper die Zeche. Mit fast 50 Prozent, mahnt Prof. Braumann, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Industrienationen die Haupttodesursachen. Wenn Sie weiter Sport treiben, denken Sie daran - Sie tun es für sich selbst.

Die Hamburger Sportwissenschaftlerin Regina Kippenberger (44) arbeitet als Personal Coach. Sie begleitet Menschen in die Fitness. Kippenberger hat einst in Leverkusen Volleyball in der Bundesliga gespielt. Sie kennt von ihrem täglichen Training den Kampf mit dem Schweinehund. "Mit ein paar Tricks", sagt sie, "können Sie ihn zwar nicht besiegen, aber zumindest in den Käfig sperren." Das sind Kippenbergers Vorschläge:

Ziele setzen

Der Reiz des Neuen erlischt, die Motivation sinkt, die Ausreden steigen. In diesem Moment sollten Sie sich Ziele setzen, kleine wie große. Das können persönliche sein, wie ein bestimmtes Gewicht zu erreichen, aber auch leistungsorientierte wie die Teilnahme an einem Halbmarathon, Radrennen oder Triathlon. Vergessen Sie bei allem Ehrgeiz nie: Es soll Ihnen Spaß machen. Überfordern Sie sich nicht. Sonst landen schneller als Sie denken wieder auf dem Sofa. Auch der Erwerb des Deutschen Sportabzeichens wirkt als nachhaltiges Antriebsaggregat. Die Plakette in Bronze, Silber und Gold mag auf viele den Charme des Ewiggestrigen haben, dahinter steckt jedoch ein ausgeklügeltes System für Jung und Alt, sich über längere Zeiträume fit zu halten. Das Sportabzeichen bietet altersgerechte Anforderungen aus der Leichtathletik, dem Schwimmen und Radfahren, und Sie haben nach der Anmeldung ein Jahr lang Zeit, Ihre Leistungen zu erbringen. Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat mit 60 Jahren sein erstes Sportabzeichen abgelegt.

Abwechslung

Beim Training wiederholen sich Abläufe. Das liegt in der Natur des Trainings. Ändern Sie Ihre Laufstrecke, Ihren Radweg, gehen Sie in ein anderes Schwimmbad, laden Sie neue Musik auf Ihren iPod. Laufen Sie immer, schwimmen Sie jetzt öfter oder fahren häufiger Rad. Beim Krafttraining sollten Sie Ihr Programm alle zwei bis drei Monate wechseln, neue Geräte ausprobieren. Testen Sie andere Sportarten. Vielleicht muss für Sie ein Ball im Spiel sein, oder sind Sie der Typ Mannschaftssportler, der sich nur in der Gruppe motivieren kann. Lassen Sie sich von Trainern beraten, was zu Ihnen passt. Machen Sie keine Fortschritte, sollten Sie das Gespräch mit Fachleuten suchen. Vielleicht treiben Sie den falschen Sport.

Die Serie " Hamburg bewegt sich "

Verabreden Sie sich

Haben Sie Motivationsprobleme, verabreden Sie sich mit Freunden, oder engagieren Sie einen Trainer. Machen Sie feste Termine, integrieren Sie Sport in Ihren Alltag. Andere spielen donnerstags Doppelkopf oder Skat, Sie gehen mit anderen laufen, schwimmen oder Radfahren. Erzählen Sie Ihrem persönlichen Umfeld von Ihren sportlichen Aktivitäten. Das setzt Sie unter Druck.

Die Wohnung als Turnhalle

Es kommt vor, dass Sie keine Zeit haben, es draußen aus Eimern schüttet, Ihr Fahrrad kaputt ist oder Ihr Sportverein seine Halle renoviert. Das ist kein Grund, Ihr Training ausfallen zu lassen. Selbst das kleinste Wohnzimmer eignet sich für Liegestütze, Sit-ups, Crunches, Rumpf- und Kniebeugen. Alle Übungen, die Sie mit Ihrem Körpergewicht ausführen, sind effektiv. Und je regelmäßiger Sie etwas machen, desto leichter fällt es Ihnen, Ihren Schweinehund zu überlisten.