Hausverlosung

Hamburgs Innenbehörde will das Haus-Quiz prüfen

Ehepaar will Eigenheim "verspielen". Innenbehörde prüft, ob es sich dabei um illegales Glücksspiel handelt.

Hamburg. Die Trapps sind im Interviewstress. Seit gestern Morgen, zehn Uhr, stehen Kamerateams vor dem Einfamilienhaus an der Julius-Vosseler-Straße in Lokstedt, und ständig klingelt das Telefon. Nach dem Abendblatt-Bericht über das Quiz, mit dem das Ehepaar sein Eigenheim "verspielen" will, wollen Fernseh- und Radioreporter und die Deutsche Presseagentur auch über die Aktion berichten. Allerdings: Die Innenbehörde will noch prüfen, ob es sich um illegales Glücksspiel handelt.

"Seit heute Morgen ist hier die Hölle los", sagt Rudolf Trapp (69). Gerade haben er und seine Renate (63) einem Radioreporter Auskünfte gegeben. Jetzt führt Renate Trapp einen Fotografen durch das Haus. Mit einem so großen Medienecho haben die Trapps nicht gerechnet. Wie berichtet, hat das Rentner-Ehepaar ein Ratespiel organisiert, um ihr sechs Zimmer großes Eigenheim loszuwerden. Schließlich möchte das Paar im kommenden Jahr nach Mexiko auswandern. Dreieinhalb Jahre lang hatten sie vergeblich einen Käufer für das Haus (172 Quadratmeter) und das Grundstück (658 Quadratmeter) gesucht. Nie entsprach der gebotene Kaufpreis ihren Vorstellungen. Der Wert des Hauses liegt nach Angaben der Trapps bei 525 000 Euro. Zuletzt hatten sie versucht, es für 245 000 Euro zu verkaufen.

Jetzt also das Quiz. Der Plan: Wer 25 Euro bezahlt und auf einer speziellen Internetseite unter Zeitdruck 25 Fragen beantwortet, kann in einer öffentlich ausgespielten Finalrunde das Eigenheim gewinnen. Entscheidend ist also nicht das Glück, sondern das Wissen. Noch allerdings ist das Quiz nicht freigeschaltet. Start ist in der ersten Septemberwoche. Dann läuft das Ratespiel bis Ende Dezember. Aber: In einigen Bundesländern waren ähnliche Spiele schon verboten worden, weil sie als Glücksspiel eingestuft worden waren. Die Innenbehörde will das erst untersuchen. Renate Trapp sieht dem gelassen entgegen: "Eigentlich dürfte uns nichts passieren. Bei einem ähnlichen Fall in München gab es keine Probleme."