Der Ex-Senator als Sterbehelfer

Kusch geht es vor allem um Kusch

Er hat es getan. Roger Kusch, Dr. Roger Kusch, wie der gescheiterte Senator gerne betont, hat einen Menschen in den Tod begleitet. Vielmehr: Er hat einer Dame, die Angst hatte, ein Leben im Pflegeheim unerträglich zu finden, den einfachen Ausweg gewiesen. Die Frau hat sich umgebracht. Kusch hat ihr zugehört und zugeredet, weil, wie er sagt, es nicht in seinem Horizont gewesen sei, ihr von dem Vorhaben abzuraten.

Die Art und Weise, in der Bettina Sch. aus dem Leben schied und in der ihr Tod öffentlich dargestellt wird, offenbart vor allem eines: dass es dem selbst ernannten Sterbehelfer nicht in erster Linie um die Patientin ging, sondern einzig und allein um Dr. Roger Kusch. Er hat eine Grenze überschritten, er nutzt den Lebensverdruss der alten Dame, um für seine eigenen Interessen zu werben. Kusch sagt, er wolle das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung stärken. Doch wem er seine "Hilfe" zugesteht, soll seine Entscheidung bleiben. Es ist an den Gerichten, dieses makabre Treiben zu stoppen.