Eine Partnerstadt nach Maß

Ole von Beust eröffnete mit Zhou Muyao die "Shanghai-Tage Hamburg 2002".

Bürgermeister Ole von Beust eröffnete gestern mit Shanghais Vizebürgermeister Zhou Muyao die "Shanghai-Tage Hamburg 2002" im Rahmen der China-Wochen. Das ist eine gigantische Reihe von 100 Veranstaltungen, die mit 250 Gästen aus China in Europa einmalig ist. Die ersten Höhepunkte waren der Wirtschaftstag in der Handelskammer und der Startschuss für eine Shanghaier Wirtschaftsvertretung: Beide Bürgermeister enthüllten gestern Abend symbolisch ein Firmenschild des "Hamburg-Office of Shanghai Foreign Investment Development Board". "Wir möchten damit nicht nur die gegenseitige Verständigung vertiefen, sondern ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufschlagen. Das Wertvollste auf der Welt ist die Freundschaft, und Hamburg ist eine der besten Partnerstädte Shanghais", sagte Zhou Muyao, der seine Rede mit einem akzentfreien "Dankeschön!" schloss. Die bis zum November dauernden China-Wochen will Shanghai als Werbung in ganz Europa für seine Bewerbung als Expo-Standort 2010 nutzen. Ole von Beust attestierte den Chinesen "beste Voraussetzungen für einen Erfolg". Er sagte: "Shanghai hat hervorragende Vorarbeiten geleistet. Die Schönheit der Stadt und die Aufgeschlossenheit der Bewohner Shanghais werden dazu beitragen." Ole von Beust wies auf die Bedeutung Hamburgs als "Tor zu Europa für Shanghai". Von Beust: "Hamburg ist Europas China-Kompetenz-Zentrum. 500 Hamburger Unternehmen machen mit Shanghai Geschäfte; allein 50 Firmen aus Shanghai unterhalten eine Niederlassung in Hamburg." Zum Zeichen der "gewachsenen, soliden Freundschaft" unterzeichneten Ole von Beust und Zhou Muyao ein Memorandum "Kontinuität und Innovation", das in 36 Kapiteln die Planungen für den partnerschaftlichen Austausch in den Jahren 2003 und 2004 enthält. Neuer Schwerpunkt ist ein verstärkter Austausch in den Bereichen Städtebau, Tourismus und Verwaltungsrecht. Eines der spannendsten Themen wird die zukünftige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der traditionellen chinesischen Medizin. "Wir hoffen, die traditionelle chinesische Medizin in Anfängen in Hamburg etablieren zu können", sagte Shanghais Stadtsprecherin Jiao Yang. Besonders stolz sind die Shanghaier auf einen deutsch-chinesischen Zweig, der 2003 am Gymnasium Marienthal eingerichtet wird.