Trend: Senioren bevorzugen eine Möglichst selbstständige Lebensführung - Senat will dies unterstützen

Altenheim oder Pflege zu Hause - wohin im Alter?

Pflege im Alter - ob zu Hause oder in einem Seniorenheim, mit der Frage müssen sich viele ältere Hamburger und deren Familien auseinandersetzen. Der Trend geht eindeutig zur Pflege durch ambulante Dienste: 2003 ließen sich 12 202 Hamburger von mobilen Pflegekräften versorgen, zwei Jahre später waren es 12 312. Für das Altenheim hingegen entschieden sich laut den aktuellen Zahlen des Statistikamts Nord 14 Hamburger weniger als zwei Jahre zuvor - 2003 waren es 13 731 (die entsprechenden Daten werden nur alle zwei Jahre erhoben).

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) befürwortet die Entwicklung, so lange wie möglich zu Hause zu wohnen: "Wir alle möchten auch im Alter unser Leben selbst bestimmen", sagt sie. "Gleichzeitig wünschen wir uns aber Hilfe und Betreuung im notwendigen Maß." Ziel des Senats sei es deshalb, Senioren möglichst lange eine selbstständige Lebensführung zu ermöglichen und, wie im Betreuten Wohnen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Angebot mit Pflegeheimen und Pflegediensten sei in Hamburg bereits gut: "Im Rahmen der Wohnbauförderung für Senioren werden aber zudem weitere Wohnungen im Betreuten Wohnen geschaffen." In jüngster Zeit gibt es zusätzlich eine neue Variante der häuslichen Dauerpflege. Polnische Haushaltshilfen ziehen bei Senioren ein, versorgen ihre Kunden rund um die Uhr - für einen Bruchteil der Kosten, die eine deutsche Hilfe kosten würde. Ein Angebot, das viele Pflegebedürftige den deutschen mobilen Diensten vorziehen. Vorteil hier: Für 1400 bis maximal 1800 Euro im Monat bleibt mehr Zeit für das Zwischenmenschliche, die Senioren sind nicht Tag und Nacht allein in ihrer Wohnung. Nachteil: Die medizinische Versorgung muss weiterhin von ambulanten Pflegediensten übernommen werden. Eine Tatsache, die von einigen Unternehmen in dieser Branche gern missachtet wird. Das sagt auch Werner Tigges, Mitinhaber der GKT-Serwis GmbH. Gemeinsam mit Partner Michael Gomola vermittelt der Sozialpädagoge seit drei Jahren erfolgreich polnische Haushaltskräfte an deutsche, österreichische und niederländische Senioren. "Eine seriöse Agentur erkennt man daran, dass sie reine Haushaltshilfen und nicht billige Krankenpfleger vermittelt", sagt Tigges. Eine intensive Beratung sei ebenfalls wichtig - schließlich lebe man auf engem Raum zusammen, rund um die Uhr.