Künstler Xiaomin Liu

Porträt: Chinesen in Hamburg

"Um chinesische Malerei und Kalligrafie zu erlernen, braucht man viel Geduld", sagt Xiaomin Liu (43). Das Interesse der Hamburger an chinesischer Kunst sei groß, weil die Ästhetik und die Werkzeuge andere sind, als bei europäischer Kunst: "Und die Technik und die Philosophie dahinter haben etwas mit Kung-Fu zu tun." Er muss es wissen. Seit mehreren Jahren unterrichtet Liu die Kunst seines Heimatlandes in Hamburg, zum Beispiel an der Volkshochschule oder jetzt während der China Time in der Hamburger Kunsthalle.

Er selber ist als Student in die Hansestadt gekommen. 1992 begann er an der Hochschule für bildende Künste zu studieren. Seit 2000 arbeitet er als freier Künstler. "Schwerpunkte meiner Arbeit sind moderne chinesische Tuschemalerei auf Reispapier und Ölmalerei auf Leinwand", sagt Liu. Seine Werke waren schon im Ausland, etwa in Marseille, und im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen. Einige seiner Tuschemalereien hängen zur Zeit im Botanischen Garten an der Ohnhorststraße. Die Ausstellung "ZHU - Bambus in Kunst und Kultur" ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Privat genießt es Liu, mit seiner Frau Irina Ahrend (34), einer Illustratorin, spazieren zu gehen oder zu joggen. Außerdem besucht er die Ateliers befreundeter Künstler im Schanzenviertel. Ein richtiger Hamburger? "Das sagen zumindest meine Verwandten in China", sagt Liu und lacht: "Für sie bin ich ein richtiger, Ordnung liebender Deutscher."