Premier-Besuch: Klärende Worte nach Protokollstreit

China Time in Hamburg

Die Querelen um protokollarische Unstimmigkeiten zwischen Handelskammer und Rathausprotokoll beim Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao am vorvergangenen Mittwoch sollen jetzt aufgeklärt werden.

Senatssprecher Lutz Mohaupt bestätigte, dass die Zukunft derartiger Veranstaltungen "in aller Ruhe und Sachlichkeit" besprochen werde. Dabei soll auch zur Sprache kommen, ob zwei so große Veranstaltungen wie die städtische China Time und der von der Handelskammer veranstaltete "Hamburg Summit: China meets Europe" überhaupt noch einmal parallel veranstaltet werden können. Mohaupt und Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz sind sich darin einig, dass eine Zusammenlegung Vor- und Nachteile hat. Als Vorteil wird die "geballte Strahlkraft" einer gemeinsamen Großveranstaltung gesehen, Nachteil seien die protokollarischen Holprigkeiten, ohne die es - in Hamburg - dann offenbar nicht geht. Davon gab es, wie berichtet, jede Menge.

So war im Vorfeld offenbar unter anderem auch darüber gestritten worden, wer den chinesischen Spitzenpolitiker wo empfangen sollte. Schließlich verzichtete Bürgermeister Ole von Beust (CDU) darauf, Wen der hanseatischen Tradition entsprechend erst an der Rathaustreppe zu begrüßen. Stattdessen hieß er ihn schon gemeinsam mit dem Gastgeber, Handelskammer-Präses Karl-Joachim Dreyer, am Flughafen willkommen.

Ob die beiden Veranstaltungen künftig getrennt über die Bühne gehen werden, ließen beide zunächst offen, das werde, so Mohaupt, bei einer "friedlichen Evaluation" erörtert. Mit Blick auf den vergangenen Mittwoch bilanziert er: "Die Schnittstellen hatten sich nicht ganz sauber aneinandergefügt", allerdings sollte das nicht "überdramatisiert" werden.