Heute kommt Chinas Premier

China-Wochen: Hamburg vertieft seine Kontakte zur Partnerstadt. Ole von Beust und Schanghais Vizebürgermeister vereinbarten engere Zusammenarbeit.

Einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der "China Time" haben Hamburg und Schanghai gestern ihre vor 20 Jahren ins Leben gerufene Städtepartnerschaft weiter vertieft. Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Schanghais Vizebürgermeister Yang Xiong unterzeichneten im Rathaus ein Memorandum, in dem Schwerpunkte der Kooperation für die nächsten zwei Jahre festgehalten sind. Vereinbart wurde unter anderem der Bau eines chinesisches Teehauses in Hamburg hinter dem Völkerkundemuseum, das als Begegnungsstätte für Kultur und Tourismus dienen soll. Zusammen mit dem Schanghaier Vizebürgermeister enthüllte von Beust gestern das Modell des Teehauses.

Zudem soll Hamburg gemäß Memorandum ein Konfuzius-Institut erhalten - als Pendant zum deutschen Goethe-Institut.

Zu den Geschenken, die Schanghais Vizebürgermeister Yang nach Hamburg mitgebracht hatte, gehörten auch 500 Bücher. Diese sind Teil einer Spende mit insgesamt 1500 chinesischen Klassikern für die Hamburger Zentralbibliothek.

Aber auch die Hansestadt überreichte gestern Geschenke an seine Partnerstadt im Reich der Mitte: Drei Hamburger Blue Goals wurden vom Hamburger Lichtkünstler Michael Batz in Schanghai offiziel an die Partnerstadt überreicht. Sie leuchten bereits als Hamburger Gruß direkt am Ufer des Huangpu-Flusses im Stadtteil Pudong.

Heute wird die "China Time" offiziell in Hamburg eröffnet - mit dem Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao (siehe nebenstehenden Artikel). Mit der "China Time 2006" wird das 20. Jubiläum der Städtepartnerschaft gefeiert. Bis Ende September sind dazu in der Hansestadt mehr als 200 Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Sport und Politik geplant, mit denen Hamburg seine China-Kompetenz unter Beweis stellen will.

Das Jubiläum der Städtepartnerschaft wird überwiegend in Hamburg gefeiert. Im Senat wurde dies mit der "anderen Gesellschaft und Politik" in China begründet. Zu den wenigen Feiern in Schanghai gehörte der Empfang für die Teilnehmer der in Hamburg gestarteten Oldtimer-Rallye. Diese wurden Anfang August in Schanghai wie Staatsgäste empfangen.

Als erster Akt der Feierlichkeiten in Hamburg erstrahlte gestern Abend der Kupferdrache auf einem Ponton auf der Binnenalster. Das 4,3 Tonnen schwere "Ungeheuer" ist das Wahrzeichen der "China Time". Bürgermeister Ole von Beust wird einen Miniaturdrachen als Geschenk an den chinesischen Premier Wen Jiabao überreichen.

GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch hat Bürgermeister von Beust derweil aufgefordert, die Verstöße gegen die Menschenrechte in China zu verurteilen und sich für die Schließung der Zwangsarbeitslager einzusetzen. Die GAL will einen Bürgerschaftsantrag vorlegen, um zu erreichen, dass Hamburg keine Produkte aus Zwangsarbeit einkauft.