Ein Stück Konsumkultur

Kommentar

Selbst wenn es allen anderen schlecht geht - Ikea geht es gut. Das Möbelhaus schafft auch in wirtschaftlich schweren Zeiten wie diesen das Unmögliche und steigert seine Umsätze. Der Grund dafür ist einfach: Wenn die Menschen weniger Geld haben, achten sie besonders stark auf die Preise. Und die sind bei den Schweden, erster und wichtigster Unternehmensgrundsatz, niedrig. Ikea ist vor allem so erfolgreich, weil es so billig ist. Und billig kann die Firma sein, weil sie spart, wo es nur geht: Keine teuren Innenstadtlagen, Produktion in hohen Stückzahlen, weltweite Vermarktung immer gleicher Artikel, Vermeidung überflüssiger Kosten. Angeblich fliegt auch der Unternehmensgründer nur zweiter Klasse. Inzwischen gilt es selbst bei gut Verdienenden als schlau, hier einzukaufen: "Das Designersofa mit Ikea-Möbeln quersubventionieren", nennt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" das. Das Möbelhaus ist längst wie McDonald's oder H & M ein Stück Konsumkultur. Allerdings mit den damit verbundenen Nachteilen: Durch Ikea wird die Wohn-Welt beliebig und austauschbar - dabei ist gerade beim Einrichten das persönliche das besondere. Und nicht ein genormter Geschmack.