Altkanzler Helmut Schmidt und die Spitzen der Wirtschaft im Großen Festsaal

Gala-Empfang mit kleinen Hindernissen: Als gegen 18.15 Uhr die ersten der rund 350 hochrangigen Gäste beim Galaempfang des Wirtschaftskongresses "Hamburg Summit - China meets Europe" im Rathaus eintrafen, saugte die Putzfrau in der Rathausdiele gerade noch mal über den roten Teppich. Darauf stand ein großes Schild "Please don't step on the red carped" (Bitte treten Sie nicht auf den roten Teppich), was die Gäste erheblich verwirrte und irgendwie schreibt sich carpet (Teppich) im Englischen mit t. Doch als dann schließlich in aller Hast Helfer gefunden waren, die den verschiedenen Delegationen aus China und Deutschland ihre Garderobe abnahmen, wurde es langsam feierlicher.

Als einer der ersten Besucher traf Pianist Gottfried Böttger im Rathaus ein: "Ich war schon dreimal in Shanghai, baue gerade mit anderen Kulturschaffenden einen China culture club auf." Ex-Kanzlerberater Horst Teltschik plauderte mit der chinesischen Vize-Generalkonsulin Chen Hongmei und verriet: "Ich verhandele seit Jahren mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Zeng Peiyan." Chinas Botschafter in Berlin, Ma Canrong meinte in exzellentem Deutsch: "Die Beziehungen zwischen China und Deutschland sind sehr gut. China ist in einer Phase des Aufbaus, der mit großer Geschwindigkeit geschieht. Das ergänzt sich gut mit der Erfahrung Deutschlands."

Im Anschluß trug sich Zeng Peiyan im Phönixsaal ins Goldene Buch der Stadt ein. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Siemens-Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer, Unternehmer Michael Otto, Handelskammer-Präses Karl-Joachim Dreyer und Werner Marnette (Norddeutsche Affinerie) sahen zu, wie der chinesische Vize-Ministerpräsident in schönen kalligraphischen Zeichen neben seinen Namen "Hamburg-China -Europa-Forum" schrieb. Wermutstropfen des Abends: Bundesinnenminister Otto Schily und einige Staatssekretäre mußten wegen einer namentlichen Abstimmung im Bundestag ihr Kommen kurzfristig absagen.

Im Großen Festsaal begrüßten Bürgermeister Ole von Beust und Handelskammer-Vize-Präses Nikolaus W. Schües die Gäste. Witzig: Große chinesische Drachen tanzten um die Gäste. Eine kurze Ansprache von Wei Jiafu, dem Präsidenten von Cosco (China Ocean Shipping Company), einer der weltweit größten Reedereien, schloß sich an.

Origineller Höhepunkt des Gala-Empfangs: Der Monteverdi-Chor sang nach der chinesischen und der deutschen Nationalhymne das Lied "Himmel strahl so helle und klar" von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dazu servierte die Crew des Ratsweinkellers Ente - nicht aus Peking, sondern aus den Vierlanden, mit Wirsingkohlbällchen.

(Sabine Minkwitz)