"Longchamp" nicht mehr in der Hand somalischer Entführer

Hamburger Gastanker "Longchamp" wieder frei

Nach zwei Monaten in der Hand somalischer Piraten ist der deutsche Flüssiggastanker „Longchamp“ seit Samstagmorgen wieder frei. Polizeisprecher Ralf Meyer bestätigte dem Abendblatt auf Nachfrage, dass die Entführer das Schiff verlassen haben. Bilder einer früheren Festnahme somalischer Piraten.

Die 13 Besatzungsmitglieder sind wohlauf, wie die Hamburger Reederei Bernhard Schulte mitteilte. Die Familien der zwölf Philippiner und eines Indonesiers seien bereits informiert worden. Deutsche waren nicht an Bord.

Die "Longchamp" wurde am 29. Januar auf dem Weg von Norwegen nach Vietnam am Horn von Afrika gekapert. Der Tanker wird von Schulte betrieben und fährt unter der Flagge der Bahamas. Nach Mitteilung der Firma setzt er seine Fahrt Richtung Vietnam fort. Die Reederei dankte allen Beteiligten für die Freilassung des Schiffes und der Besatzung. Die "Longchamp" kam am Samstagmorgen wieder frei, wie die Firma mitteilte. Offenbar ist Lösegeld gezahlt worden. Wieviel, ist nicht bekannt. Es hieß die Entführer hätten 4,7 Millionen Euro verlangt.

Im vergangenen Jahr kaperten Piraten im Seegebiet vor Somalia und vor allem den Golf von Aden mehr als 40 Schiffe und erpressten schätzungsweise 30 Millionen Dollar an Lösegeld. Seit Jahresbeginn brachten sie sieben Schiffe in ihre Gewalt. Die Bundeswehr beteiligt sich seit kurz vor Weihnachten an der EU-geführten Anti-Piraten-Mission Atalanta.