"Krumme 13" wieder aktiv

Pädophilen-Club jetzt getarnt als "Info- & Beratungsstelle" in Eidelstedt.

Ihr Motto: "Von Pädos für Pädos und tolerante Menschen." Ihr Anliegen: Für die Legalisierung von Sex mit Kindern zu kämpfen. Der Pädophilen-Club "Krumme 13" - gut anderthalb Jahre nach seinem vorgeblichen Rückzug aus Hamburg ist die Gruppe um ihren Vorsitzenden Dieter G. (46) weiterhin von Hamburg aus aktiv. Damit nicht genug: Die "Krumme 13" plant sogar, die Arbeit noch auszuweiten. Das geht aus Dokumenten hervor, die dem Abendblatt vorliegen. So soll etwa im Oktober ein Online-Shop im Internet eröffnet werden: "Nicht so groß wie Amazon, aber wir wollen noch präsenter sein", sagte Dieter G., dem Abendblatt. Der virtuelle Buchladen sei bereits bei Finanz- und Gewerbeamt angemeldet. In einem Rundbrief, der unter anderem an wegen sexuellen Missbrauchs Verurteilte ging, heißt es: "Das erweiterte Sortiment enthält nun alle Bücher zum Thema Pädophilie, Boylove und Girllove, sowie Bildbände, Videos, Spielfilme, Zeitschriften und vieles mehr". Rückblende: Monatelang kämpften Hamburger Anfang vergangenen Jahres gegen die Gruppe, die vom rheinland-pfälzischen Trier aus in die Hansestadt umziehen wollte. Entnervt gab die Führung um Club-Chef Dieter G. (47) im Frühjahr vergangenen Jahres auf - unter anderem, nachdem sich sämtliche Fraktionen der Bürgerschaft geschlossen gegen das Ansinnen gestellt hatten. Keine weiteren Versuche, ins Vereinsregister der Hansestadt eingetragen zu werden, angeblich wollte sich der Club einen neue Bleibe suchen, hieß es damals. Doch weiterhin ist die Eidelstedter Wohnung des ehemaligen Bundesgrenzschutz-Beamten die Zentrale der "Krummen 13" - jetzt getarnt als "Info- & Beratungsstelle". Dort arbeiten "drei bis fünf Mitarbeiter" (Dieter G.), die sich etwa um die Websites des Clubs kümmern. In unzähligen Foren können sich Pädophile dort austauschen, unter Codenamen wie "Papabär" oder "Puschel" etwa. Zudem setzt sich der Club für angeblich unschuldig inhaftierte Kinderschänder ein. "Als Dank für unsere Hilfe werden sich diese neuen Freunde aktiv bei uns engagieren", so Dieter G. in dem Rundbrief. Wie akut das Problem ist, zeigen die Ergebnisse eines der bisher größten Schläge gegen die weltweit agierende Kinderpornographie-Szene. Tausend Bilder, sogar von Kleinkindern, "sehr heftige, eklige Darstellungen in allen Spielarten", wie selbst erfahrene Beamte sagen - solches Material wurde auch in Hamburg bei der Aktion "Marcy" gefunden. Insgesamt 70 Kripobeamte durchsuchten dabei allein in Hamburg 21 Wohnungen von 17 Verdächtigen vor allem im Osten der Stadt, etwa in Barmbek, Winterhude, Eilbek, Tonndorf oder Rahlstedt. Das Ansehen solcher Fotos sei kein Kavaliersdelikt: "Die Betrachter ignorieren das Elend von Kindern, das dahintersteckt", sagte Hans-Joachim Goy (53), Dienststellenleiter im LKA. Auch das "nur mal angucken" am Computer sei strafbar. Wer wirklich zufällig an so ein Bild komme, sollte sofort die Polizei benachrichtigen. Der Kriminalbeamte warnte davor, "Sheriff" zu spielen und selbst im Internet für die Polizei zu suchen. Beim Besitz von Kinderpornos drohen bis zu ein Jahr Haft, für die Verbreitung solcher Bilder sogar bis zu drei. Beim sexuellen Missbrauch von Kindern beträgt die Freiheitsstrafe mindestens zwei Jahre. Der Pädophilen-Verband "Krumme 13", betonte Polizeisprecher Reinhard Fallak gegenüber dem Abendblatt, war von der aktuellen Razzia gegen Kinderpornographie nicht betroffen. Fallak: "Wir werden aber jedes Geschäftsgebaren sehr genau prüfen und sofort einschreiten, sobald dort gegen Gesetze verstoßen wird."