Kommentar

Nicht auf Kosten der Schüler

Denkmalschutz ist in diesem Fall nicht nachvollziehbar

Bei der Schulinspektion 2011 war in Hamburg-Osdorf noch alles in Ordnung. Die Grundschule Goosacker bekam die Bestnote im Bereich "zufriedenes Personal, zufriedene Schülerinnen und Schüler sowie zufriedene Eltern". Würde man aktuelle Daten erheben, sähe das Ergebnis sicherlich ganz anders aus, denn der Streit um den geplanten Neubau einer Kantine hat die Harmonie in der Schule empfindlich gestört.

Die Eltern wollen nicht einsehen, dass der Schulhof zugebaut werden soll, weil der Denkmalschutz eine andere Möglichkeit verhindert. Und ihre Argumente sind nachvollziehbar.

Auf besagtem Schulhof steht ein riesiges Klettergerüst, das bei den Kindern überaus beliebt ist. Die Grundschüler sollen in ihren Pausen spielen und laufen können, damit sie sich in der darauf folgenden Schulstunde wieder auf den Unterricht konzentrieren können. Ihnen den Platz zum Austoben zu beschneiden wäre kontraproduktiv.

Nun mangelt es auf dem Schulgelände nicht an Platz, denn am Rand gibt es einen schrottreifen Fahrradunterstand, den man opfern könnte. Doch diese Konstruktion ist denkmalgeschützt. Warum? Das zu erklären dürfte selbst einem Experten schwerfallen. Und nicht weit entfernt davon steht ein Pavillon, der unter "Ensembleschutz" steht. Ein seltsames Ensemble, zumal der gläserne Vorbau so gar nicht im Einklang mit Vorgaben des Denkmalschutzes steht. Ein Konzept, wie man die Schule für die Zukunft rüstet, scheint zu fehlen.

Fest steht aber, dass die Schüler nicht diejenigen sein dürfen, die das ausbaden müssen. Schulbehörde und Denkmalschutz sollten sich deshalb dringend zusammensetzen und nach einer tragbaren Lösung suchen. Die Kinder brauchen eine Kantine und sie müssen sich ausreichend bewegen können. Das muss die Maxime sein.

Sonst ist auch folgende Aussage aus der Schulinspektion bald Makulatur: "Unser Außengelände ist schülerfreundlich gestaltet."