EHEC-Krise

Entwarnung am Gymnasium Othmarschen

Zwei Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt, Klassenräume wurden desinfiziert

Othmarschen. Am Gymnasium Othmarschen, wo eine ganze Klasse wegen EHEC-Gefahr zu Hause bleiben muss, gibt es erste Entwarnungen. Waren am Sonntag neben zwei Erkrankungen auch zwei Verdachtsfälle in der Klasse 10d gemeldet, wurde eines der Mädchen nun negativ getestet. Auch bei einem Fünftklässler, der gestern Morgen mit einer Durchfallerkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurde, konnte mittags Entwarnung gegeben werden. Die 10d bleibt aber weiter zu Hause. Alle Klassenräume, in denen sie Unterricht hatte, wurden desinfiziert.

Das Desinfektionskommando rückte gestern um 13 Uhr an. Nur eine Vorsichtsmaßnahme, wie Schulleiterin Nele Degenhardt betont: "Es kann gut sein, dass sich die Schüler anderswo angesteckt haben. Einige haben berichtet, dass sie zu Hause Salat gegessen haben. Wir wissen es einfach nicht." Auch Rico Schmidt von der Gesundheitsbehörde sagt, dass diese sogenannte Sekundärinfektion nur eine von vielen Möglichkeiten sei: "Dass die Klasse zu Hause bleiben muss, ist reine Vorsorge."

Den Eltern der übrigen Schüler ist es freigestellt, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Nur 22 von mehr als 900 Schülern aus den nicht betroffenen Klassen blieben gestern zu Hause. Bei denen, die gekommen waren, herrschte mehr Verunsicherung als Angst. "Es ist ein bisschen wie bei der Schweinegrippe", sagt Schüler Alexander Hansal, 18: "Keiner weiß wirklich, wie schlimm es ist." Der 13-jährigen Anna haben die Eltern ein Fläschchen Desinfektionsgel mitgegeben. Zu Hause bleiben will sie nicht. "Wenn man gut aufpasst, kann man sich auch schützen", sagt sie.

Bisher ist das Gymnasium Othmarschen die einzige Schule in Hamburg, die eine Klasse geschlossen hat. An anderen Schulen seien nur vereinzelte EHEC-Erkrankungen bekannt, sagt Peter Albrecht von der Schulbehörde: "Da gibt es noch keine Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen."