Kommentar

Die Wissenschaftsstadt ist greifbar nah

In der Debatte über Kürzungen am Wissenschaftsetat hat die SPD signalisiert, mit den Hochschulen einen Finanzierungsplan bis zum Jahr 2020 zu erarbeiten. Nach einem festgefahrenen Streit ist jetzt eine konstruktive Debatte darüber möglich, welchen Wert eine vermögende Stadt ihren Hochschulen zumessen will.

Die Hochschulen können selbstbewusst in die Verhandlungen treten, ihre Argumente wiegen schwer: bessere Ausbildung von Akademikern, diese Agenda ist bundesweiter Konsens, aus dem sich Hamburg nicht verabschieden darf. Zumal der Senat bis zu 800 Millionen Euro in Hochschulgebäude investieren will. Ohne Langzeitkonzept wirkt diese Mammutmaßnahme erschreckend planlos. "Verbesserte Rahmenbedingungen" der Wissenschaft, auch für dieses Versprechen wurde die SPD gewählt.

Anerkennen müssen die Hochschulen, dass der Senat mit Abschaffung der Studiengebühren nun massiv in die Zugänglichkeit der Hochschulen investiert. Das ist kluge Standortpolitik. Studien belegen die abschreckende Wirkung einer allgemeinen Gebühr. Die Attraktivität der Stadt - nicht der Universität - verschleiert dies bisher. In zwölf Bundesländern ist Studieren gebührenfrei. Die Chance, Hamburg zur Wissenschaftsstadt zu machen, ist so greifbar wie lange nicht. Den zugehörigen "Masterplan" muss sich die Stadt jetzt leisten.