Kommentar

Gleiche Regeln für alle

Die Umwelt ist unser wichtigstes Gut. Ohne sauberes Wasser und Luft kann kein Mensch überleben. Dennoch kommt eine moderne Zivilisation nicht ohne Umweltverschmutzung aus. Denn wir wollen es zu Hause warm haben, Auto fahren oder einfach nur ein Eis aus der Kühltruhe essen. Bei all diesen Vorgängen wird der Klimakiller Kohlendioxid (CO2) erzeugt. Damit die Verschmutzung nicht überhandnimmt, brauchen wir gesetzlich festgelegte Regeln. Der Handel mit CO2-Zertifikaten und damit mit Umweltverschmutzungsrechten in der Wirtschaft ist ein guter Schritt dahin. Denn der Verschmutzer muss Geld dafür bezahlen - und wird deshalb in seiner Produktion so wenig CO2 verursachen wie möglich.

Allerdings nützen solche Maßnahmen nur, wenn sie für alle Firmen weltweit gelten. Das ist bislang nicht der Fall. In der Europäischen Union muss die Wirtschaft - zu Recht - für die Umweltverschmutzung bezahlen. Einige Kilometer außerhalb der EU haben die Betriebe solche Kosten nicht. Natürlich wird zum Beispiel Hamburgs Kupferhütte Aurubis wegen steigender CO2-Kosten nicht gleich alle Werke in Europa schließen, aber Neuinvestitionen könnten außerhalb des Geltungsbereichs der Zertifikate angesiedelt werden.

Deutschland braucht eine wettbewerbsfähige Industrie. Solange Umweltschutz nicht weltweit reglementiert wird, muss es für die energieintensiven Bereiche Ausnahmeregelungen geben. Andernfalls können die Unternehmen nicht mehr mithalten und müssen Arbeitsplätze hierzulande abbauen.