Kommentar

Noch längst nicht sauber genug

Gerne und immer wieder argumentieren Flugzeugbauer wie auch Fluggesellschaften mit einer eindrucksvoll wirkenden Zahl: In den vergangenen 50 Jahren habe die Branche die Treibstoffeffizienz um mehr als 70 Prozent gesteigert.

Das ist nicht falsch, aber es ist nur die eine Seite der Wahrheit. Denn die Angabe bezieht sich auf den Verbrauch pro Passagier. Angesichts des immensen Wachstums des Weltluftverkehrs über die Jahrzehnte hat sich jedoch die absolute Menge des von den Flugzeugen rund um die Welt verbrannten Treibstoffs vervielfacht.

So sehr auch der technische Fortschritt zur Verbrauchssenkung beigetragen hat - das Erreichte genügt nicht, um die Luftfahrt vor der Kritik von Klimaschützern zu bewahren. Auch die Politik verstärkt den Druck: Die Fluggesellschaften werden beginnend mit dem Jahr 2012 in den Handel mit Emissionsrechten einbezogen und müssen damit für einen Teil ihres CO2-Ausstoßes bezahlen. Dabei haben die Luftverkehrsunternehmen schon angesichts des auf längere Sicht voraussichtlich weiter steigenden Ölpreises einen denkbar wirksamen Anreiz, den Verbrauch zu senken: Die Kerosinrechnung macht 30 bis 40 Prozent der gesamten Kosten aus.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass sich die Branche ein wirklich ehrgeiziges Ziel gesetzt hat - bis zum Jahr 2050 will man die absolute Menge des von den Flugzeugen ausgestoßenen Klimagases halbieren. Kein Zweifel: Da kommt viel Arbeit auf die Ingenieure zu - nicht zuletzt auch in Hamburg.