Kommentar

Senat droht Flächenbrand

Hamburgs Polizei steckt mitten in einer schwer lösbaren und damit ausgesprochen unangenehmen Aufgabe. Sie macht Jagd auf unbekannte Brandstifter, die allein seit Anfang des Jahres knapp 100 Autos angezündet haben. Und von den Serientätern hat sie keine Spur.

Die Beamten kämpfen gleich an zwei Fronten. So ist es ein Zufallstreffer, wenn sie Kriminelle bei der Tat fassen. Rund 4000 Kilometer Straße sind nicht effektiv zu kontrollieren. Zum anderen hat es die Polizei nicht mit einer Tätergruppe zu tun, sondern mit mehreren. Mit politischen Extremisten, die gezielt Autos von "Repräsentanten des Systems" anzünden. Mit Tätern, die teure Autos in Brand setzen, egal wem sie gehören. Und mit Kriminellen, die offensichtlich nur "aus Spaß" zündeln, egal was, egal wo.

Den Betroffenen ist es egal, welche dieser Gruppen ihren Wagen angezündet hat. Den Nachbarn der Autobesitzer auch, die fürchten, dass die Flammen auf Wohnungen übergreifen. Sie sehen - und vor allem fühlen -, dass nichts passiert. Darum ist das Problem kein rein polizeiliches mehr, es hat den Senat erreicht. Es geht schlicht um die Frage nach der Kompetenz in Sachen innere Sicherheit. Nachdem Teile der Wählerschaft der CDU in der Schulpolitik schon die Kompetenz absprechen, muss sie zumindest hier punkten. Wenn es der Polizei nicht bald gelingt, Erfolge aufzuweisen, droht die Anschlagsserie zum Flächenbrand für die Union zu werden.