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Chronik der Ausschreitungen rund um den 1. Mai

Die Ausschreitungen vom Wochenende seien in ihrer Heftigkeit mit den Krawallen nach den Schanzenfesten des Vorjahres zu vergleichen, sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Die Polizei setzte in beiden Nächten Schlagstöcke ein, um Randalierer vom Schulterblatt und aus den Seitenstraßen zu drängen. Am Sonnabend wurden zudem mehrere Wasserwerfer aufgefahren.

In der Freitagnacht hatten 200 "gewalterlebnisorientierte" Jugendliche Feuer aus Mülltonnen, Fahrrädern und Holzpaletten vor der Roten Flora entzündet. Die Polizei ließ sie zunächst gewähren. Ein Zug der Bundespolizei musste nach Stein- und Flaschenwürfen wieder abdrehen. Erst gegen 3 Uhr, verstärkt durch weitere Kräfte, räumte die Polizei das Schulterblatt. Bis 5 Uhr lieferten sich Polizei und Randalierer kleine Scharmützel.

In der Nacht zum 2. Mai lieferten sich knapp 700 Randalierer heftige Straßenschlachten mit der Polizei. Zuvor war ein Demonstrationszug mit 1550 Teilnehmern vom Bahnhof Altona zum Schanzenviertel gezogen. Gegen 21.30 Uhr wurde die Demo von der Polizei beendet, als Steine geworfen wurden. Die Situation eskalierte kurz darauf auf der Kreuzung Weidenallee/Kleiner Schäferkamp und dem Schulterblatt. Die Polizei hatte 1000 Beamte im Einsatz. Sie wurden später durch 114 Bundespolizisten unterstützt, die aus Uelzen mit Hubschraubern und HVV-Bussen zum Schanzenviertel gebracht wurden. Die Krawalle dauerten bis 1.30 Uhr. In beiden Nächten wurden 49 Personen festgenommen. 29 kamen in Gewahrsam. 32 Bereitschafts- und vier Bundespolizisten wurden leicht, ein Feuerwehrmann und ein Anwohner schwer verletzt.