Wohnen Hamburg

Investor muss Finanzierung für Holsten-Quartier nachweisen

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Das Holsten-Quartier in Altona gehört zu den wichtigsten Stadtentwicklungsprojekten Hamburgs (Archivbild).

Das Holsten-Quartier in Altona gehört zu den wichtigsten Stadtentwicklungsprojekten Hamburgs (Archivbild).

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Das Bezirksamt Altona macht Druck auf Consus und die Adler Group. Fehlen dem Konzern die Mittel, um das Großprojekt umzusetzen?

Hamburg. Die geplante Bebauung des Holsten-Quartiers in Altona gehört zu den wichtigsten Stadtentwicklungsprojekten in Hamburg. Seit Jahren stockt das Bauvorhaben, und jetzt gibt es neue Probleme für den Investor Consus, der zur luxemburgischen Adler Group gehört.

„Um die nachhaltige Entwicklung des Holsten-Quartiers zu sichern, fordert das Bezirksamt Altona die Adler Group auf, eine aktuelle Finanzierungszusage der Bank über das gesamte Bauvorhaben einzureichen, unter Berücksichtigung der Marktlage und eines realistischen Realisierungsbetrags für das gesamte Holsten-Quartier“, teilte das Bezirksamt am Montag mit. Ohne Finanzierungszusage dürfte es von Bezirk und Politik kein grünes Licht für das Großprojekt geben.

Bezirksamt Altona fordert Finanzierungsnachweis für Holsten-Quartier

Grund für diese Maßnahme, laut Bezirksamt: „Am vergangenen Freitag, den 22. April 2022, hat die Adler Group den unabhängigen Bericht über die Sonderuntersuchung von KPMG-Forensik veröffentlicht. Dieser Bericht war aufgrund von Vorwürfen, die gegen das Unternehmen erhoben wurden, in Auftrag gegeben worden.“

In dem Bericht heißt es unter anderem: „Der Vorwurf, dass Adler nicht über die finanziellen Mittel verfügt, die Projektentwicklungen umzusetzen, kann auf Basis der uns in der Sonderuntersuchung zur Verfügung stehenden Unterlagen nicht widerlegt werden.“

CDU-Fraktionschef Sven Hielscher sagt: „Wenn die Consus über die Bonität für ein solches Großprojekt verfügt, sollte die geforderte Finanzierungszusage kein Problem sein.“

Linke: Prüfbericht über Investor muss Konsequenzen haben

Harsche Kritik kommt von der Linken-Bürgerschaftsfraktion. „Der KPMG-Bericht ist vernichtend für die Adler Group", sagt die Linken-Stadtentwicklungsexpertin Heike Sudmann. "Mit so einem unseriösen Unternehmen darf der Bezirk keine Verträge abschließen."

Schon das bisherige "Spekulationsgebaren mit der wundersamen Erhöhung" des Grundstückswert des Holstenareals auf mehrere hundert Millionen Euro beweise, dass es der Adler Group nicht um Stadtentwicklung oder Wohnungsbau gehe, sondern ausschließlich um höchste Profite, heißt es in einer Mitteilung der Linken-Bürgerschaftsfraktion. Thérèse Fiedler, Vorsitzende der Linken-Bezirksfraktion in Altona, sagt: „Die vom Bezirksamt geforderte Finanzierungszusage einer Bank klingt gut, reicht aber definitiv nicht aus." Sie fordert, dass eine Fachkanzlei für Aktien-und Immobilienrecht den Bericht im Auftrag des Bezirks bewerten müsse. Einen entsprechenden Antrag hat die Linkenfraktion für die Bezirksversammlung am 28. April eingereicht.

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