Stadtentwicklung

Neues Amt Altona sucht Betreiber für Erdgeschosszone

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Das Neue Amt Altona wird direkt an der Fußgängerzone liegen.

Das Neue Amt Altona wird direkt an der Fußgängerzone liegen.

Foto: Neues Amt Altona

„Wir wünschen uns hier Kultur, Gastronomie, ein Stadtteilbüro oder ähnliches" teilt der NAA-Vorstand mit. Aufruf zum „Open Call“.

Hamburg.  Das Neue Amt Altona soll ein genossenschaftlich organisierter Ort für Coworking, Kreativwirtschaft sowie öffentliche Kultur- und Gastronomieangebote sein. Auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Vision haben die Initiatoren jetzt den nächsten Schritt gemacht. Am gestrigen Mittwoch riefen sie im Beisein von Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) und Stadtforscher Dieter Läpple zum „Open Call“ auf: einem Bewerbungsverfahren für Interessierte, die ihre Konzepte in dem Genossenschaftsbau am Bahnhof Altona realisieren möchten.

Vor einem Jahr wurde das in Hamburg bislang einzigartige Vorhaben erstmals vorgestellt: Das Neue Amt Altona (NAA) wird in einem Ensemble zwischen Großer Bergstraße und Neuer Großer Bergstraße entstehen, dessen Kern das 2007 von der Stadt aufgegebene und 2018 zum Verkauf angebotene Alte Finanzamt bildet, das als Kreativstandort für mindestens weitere 20 Jahre erhalten wird.

Stadtentwicklung: Neubau mit Coworking Etagen geplant

Ergänzt wird der ehemalige Behördenbau durch einen hölzernen Neubau mit vier Coworking Etagen, für den eine frühere Ladenfläche (momentaner Pop-up-Standort des NAA) abgerissen wird. Verbindendes Element wird das öffentliche Erdgeschoss, auf welches sich vorgenannter „Open Call“ bezieht.

„Wir wünschen uns hier Kultur, Gastronomie, ein Stadtteilbüro oder ähnliches als Treffpunkt für unsere Nutzerinnen und Nutzer und den ganzen Stadtteil“, so NAA-Vorstand Cornelius Voss. Die Flächen könnten in Teilen oder komplett übernommen werden. Das Konzept sollte zum Haus passen – im Gegenzug würden die späteren Betreiberinnen und Betreiber von Mietpreisen unter Marktniveau profitieren die die genossenschaftliche Eigentümerstruktur ermögliche. Die Eröffnung des NAA sei ab Mitte 2023 geplant.

Stadtentwicklung: Coworking-Konzept „zukunftsweisend“

Er halte das Coworking-Konzept in Verbindung mit dem genossenschaftlichen Gedanken für „sehr zukunftsweisend“, sagte Finanzsenator Dressel. Bei der Vergabe des alten Behördenbaus habe man bewusst einer neuen Zielgruppe eine Chance geben können. „Ich hoffe, dass sich viele für dieses Projekt begeistern können und es sich wirtschaftlich trägt.“ Stadtforscher Dieter Läpple, selbst NAA-Mitglied, bezeichnete das Vorhaben als „soziales Kapital“ für den Stadtteil und eine „längst überfällige Revitalisierung des Quartierszentrums“.

Konzepte können bis Ende 2021 eingereicht werden, sie werden dann in einem mehrstufigen Verfahren von einer Jury und den mehr als 100 Genossenschaftsmitgliedern bewertet. Interessenten sollten sich zeitnah unter orga@neuesamt.org für das Konzeptverfahren anmelden, Rückfragen sind bis 10. November geplant. Im März werden die Gewinner bekannt gegeben.

( fru )

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