Hamburg

Frühchen in Kinderkrankenhaus mit Keimen infiziert

Frühchen: Intensivstation eines Krankenhauses (Archivbild)

Frühchen: Intensivstation eines Krankenhauses (Archivbild)

Foto: Picture Alliance / Ulrich Baumgarten

Mehrere Neugeborene in Altona betroffen. Kinderkrankenhaus: Es sind keine gefährlichen Keime. Das sagen besorgte Eltern.

Hamburg. Im Hamburger Kinderkrankenhaus Altona haben sich elf Neugeborene mit einem Keim infiziert. Darunter sind auch mehrere Frühchen. Das berichtet das Hamburger Abendblatt in seiner Donnerstagausgabe. Eltern sagten dem Abendblatt, sie seien schockiert, dass so etwas auf einer Intensivstation passieren könne. „Wie kann so etwas in einer besonders betreuten Station passieren?“, fragt die frischgebackene Mutter S.

Sie habe erlebt, dass überforderte Pflegerinnen in kurzer Zeit mehrere Kinder gewickelt hätten. Ihre Vermutung: Hygiene-Standards seien nicht eingehalten worden. Dem widerspricht das Altonaer Kinderkrankenhaus.

Kinderkrankenhaus: Keine gefährlichen Keime

Im Abendblatt-Gespräch sagte der Ärztliche Direktor Prof. Ralf Stücker, man könne nicht von einem gefährlichen Krankenhauskeim reden. Es seien Klebsiella pneumoniae, Bakterien, die praktisch überall vorkämen. Den betroffenen Kindern gehe es gut. Nach drei bis vier Wochen habe man durch die Hygienemaßnahmen die Besiedlungen mit den Keimen im Griff und die Kinder könnten entlassen werden. Weitere Ansteckungen gebe es nicht.

Im Übrigen untersuche das Kinderkrankenhaus Altona seine Patienten anders als andere Häuser auch auf nicht multiresistente Keime. Erst dadurch seien diese Keime überhaupt aufgefallen. Alle Hygiene-Richtlinien des Robert-Koch-Institutes würden eingehalten. Auf den Stationen habe es auch keine Unterbesetzungen gegeben.

Das Bezirksamt Altona, das nach dem Infektionsschutzgesetz für Krankenhauskeime zuständig ist, teilte dem Abendblatt mit, von einem „Ausbruch“ an Keimen könne man nicht reden. Dass die vorgefundenen Keime überhaupt gemeldet worden seien, war demnach eine Vorsichtsmaßnahme.

Das stellt die Eltern nicht zufrieden. S. sagte, sie befürchte anhaltende gesundheitliche Schäden bei ihren Kindern. „Die Sorge und Hilflosigkeit, die wir erleben, möchten wir anderen Eltern in Zukunft ersparen können.“

Lesen Sie weitere Hintergründe in der Donnerstagausgabe des Hamburger Abendblattes