Hamburger Hafen

Kreuzfahrtschiffe werden in Hamburg zu Nichtrauchern

Mit einigen Monaten Verspätung ist die Landstromanlage am Terminal Altona in Betrieb gegangen. Ein Segen nicht nur für die "Aidasol".

Hamburg. Im Hamburger Hafen ist eine innovative Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe offiziell in Betrieb genommen worden. Die Anlage sei die erste ihrer Art in Europa, und Hamburg nehme damit eine Pionierrolle ein, sagte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Hamburgs Bürgermeister nahm am Freitag gemeinsam mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Anlage am Kreuzfahrtterminal Altona in Betrieb, die wiederum umgehend die Stromversorgung der "Aidasol" aufnahm.

Das Schiff kann nun während der Liegezeit im Hafen seine luftverschmutzenden Dieselgeneratoren abschalten und wird stattdessen mit regenerativ erzeugtem Strom versorgt. "Die Landstromversorgung für Kreuzfahrtschiffe fördert die Nachhaltigkeit des Hamburger Hafens“, sagte Scholz.

Die Anlage ging 2014 in Bau und hätte bereits im vergangenen Jahr in Betrieb gehen sollen. Das verzögerte sich aufgrund technischer Herausforderungen, weil es ein vergleichbares Projekt zuvor nicht gab. Die Hamburger Anlage wurde von Siemens gebaut und kostete rund 10 Millionen Euro. Die EU und der Bund beteiligten sich mit 3,5 und 3,7 Millionen Euro. Die "Aidasol“ ist zunächst der einzige Kunde.

Projekte auch für die anderen Terminals

Kreuzfahrtschiffe brauchen sehr viel Energie, weil der Hotelbetrieb während der Liegezeit weiterläuft. Zudem verbringen die Luxusdampfer 40 Prozent ihrer Betriebszeit in den Häfen. Läuft die Energieversorgung im Hafen aber über die schiffseigenen Dieselmotoren, werden über die Abgase sehr viele Schadstoffe in der Umgebung freigesetzt.

Deshalb hat der Senat neben der Landstromanlage in Altona auch für die zwei weiteren Hamburger Kreuzfahrtterminals Konzepte zur alternativen Energieversorgung vorgesehen. So soll am Terminal in der HafenCity ein schwimmendes Kraftwerk, die "Hummel", die Schiffe mit sauberem Strom versorgen. Auf der "Hummel" verbrennen Gasmotoren Flüssigerdgas (LNG). Dabei wird Strom erzeugt, der auf das Kreuzfahrtschiff übertragen wird.

Am Kreuzfahrtterminal Steinwerder wiederum hat der Senat der Reederei Aida Cruises erlaubt, seit Anfang Mai ihr eigenes Schiff "Aidaprima“ mit LNG von einem Tanklastwagen aus zu versorgen. Hier muss der Brennstoff nicht erst in Strom umgewandelt werden, weil das Kreuzfahrtschiff, als erstes der Welt, sowohl Schiffsdiesel als auch LNG zur Energieerzeugung verbrennen kann.