Altona

Hanseatic-Help-Kleiderkammer feiert Eröffnung

An der Großen Elbstraße soll die Kleiderkammer des Vereins Hanseatic Help ihr endgültiges Zuhause finden. Am Sonntag war Eröffnung.

Hamburg. „Spendet! Viel hilft viel“ und „Kleiderkammer Messehallen goes Elbe 264“ . Auf den beiden Pappschildern, die mit Tesa-Krepp an der Backsteinfassade kleben, wird das Wesentliche mit wenigen Worten gesagt: Deutschlands größte Kleiderkammer, die im August 2015 gegründet wurde und im Dezember von den Messehallen auf das Firmengelände der Otto-Gruppe in Bramfeld ziehen musste, hat einen neuen Standort, an dem wieder Spenden angenommen werden können. „ Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Stefan Fischer vom Verein Hanseatic Help.

In der Nacht zum Sonntag hat er gemeinsam mit den anderen vom sogenannten Kernteam die letzten Schrauben in den selbst gebauten Empfangstresen gedreht. Etwa zehn Meter lang ist das aus Brettern gezimmerte Möbelstück. Hier werden künftig Spender und Helfer willkommen geheißen und zu ihrem jeweiligen Bereich gelotst.

Das Herzstück der Kleiderkammer ist ein unscheinbarer PC

Die Spendenannahme liegt rechts vom Tresen. Hier werden die Spenden entgegengenommen und von den Helfern grob vorsortiert. Anschließend kommen sie in die entsprechenden Abteilungen, wo sie nach Größe und Kategorie geordnet und in Regalfächer geräumt werden. Es gibt etwa 300 Kategorien: von Babysocken bis Kinderwagen, Damenbinden bis zu Winterjacken, kurzen und langen Kleidern bis Bettwäsche.

Sind die Regalfächer voll, wird die Ware in beschriftete Kartons gepackt und zur Registratur gebracht. „Das ist unser Herzstück“, sagt Fischer und weist auf einen unspektakulär aussehenden Arbeitsplatz mit Computer. Hier werden die Kartons mit Spenden nach dem altbewährten Konzept ins Softwaresystem eingespeist, mit einem QR-Code versehen und an den entsprechenden Platz im Lager gebracht. Dort lagern sie auf Paletten in Bereichen, die mit Zahlen und Buchstaben markiert sind. Auch diese sind im System erfasst. So ist es für das Logistik-Team einfach, die über eine Hotline eingehenden Bestellungen abzuarbeiten.

Egal, ob zwei Kartons oder 30 Paletten: Diese ausgeklügelte System ermöglicht es den Helfern, die Übersicht über große Spendenmengen zu behalten und ist sozusagen die Grundlage ihrer erfolgreichen Arbeit. „Seit unserem Bestehen haben wir bundesweit rund 2,3 Millionen Artikel ausgeliefert: an Flüchtlingsheime, Obdachloseneinrichtungen und Frauenhäuser“, sagt Fischer. „Durch den QR-Code können wir den Weg jeden Kartons lückenlos zurückverfolgen.“

Zugegeben: Die neue Kleiderkammer ist nicht so imposant wie damals in der Messehalle – was daran liegt, dass die neuen Räume an der Großen Elbstraße 264, in denen früher das Möbelhaus Habitat sein Outlet hatte, deutlich niedriger sind und sich die 2300 Quadratmeter Fläche auf mehrere Bereiche verteilen. Neben dem großen Raum, in dem die Spenden sortiert, verpackt und teilweise auch gelagert werden, gibt es einen weiteren Lagerraum und ein Obergeschoss, in dem die Büroarbeit erledigt wird. Hier gibt es auch einen Imbiss, in dem die Helfer versorgt werden.

Welche Dinge aktuell besonders dringend benötigt werden, erfährt man auf www.zusammenschmeissen.de