Getötetes Baby

Altonas Bezirksamtschefin stellt sich hinter Jugendamt

Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer ( v.l.), Sozialsenatorin Melanie Leonhard und Staatsrat Jan Pörksen

Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer ( v.l.), Sozialsenatorin Melanie Leonhard und Staatsrat Jan Pörksen

Foto: Klaus Bodig / HA

Tayler starb an Hirnschäden. Zuvor war der Mutter das Baby bereits wegen auffälliger Verletzungen kurzfristig weggenommen worden.

Hamburg.  Altonas Bezirksamtsleiterin Liane Melzer (SPD) hat sich im Familienausschuss der Bürgerschaft im Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod des kleinen Tayler vor die Mitarbeiter ihres Jugendamtes gestellt. „Ich rechne den Kollegen hoch an, dass sie bei der Aufklärung mitarbeiten. Ich habe Hochachtung vor dem professionellen Umgang mit dem schrecklichen Vorfall.“

Sie wies gleichzeitig darauf hin, dass der Bericht der Jugendhilfeinspektion keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Handeln des Jugendamtes und dem Tod Taylers aufweise.

Zuvor hatte die Leiterin der Jugendhilfe-Inspektion, Gisela Schulze, den Fall untersucht. Sie wiederholte das Ergebnis des am letzten Montag veröffentlichten Berichts, wonach es keinen unmittelbaren, ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Vorgehen des Jugendamtes und dem Tod des Jungen gebe. Dennoch erneuerte sie die Kritik am Jugendamt Altona und dem privaten Träger Rauhes Haus.

Das Baby starb in Folge schwerer Misshandlung

Im August waren bei dem elf Monate alten Jungen blaue Flecken und ein Schlüsselbeinbruch festgestellt worden. Die Mutter habe die Ursache dafür nicht glaubwürdig erklären können. Darum war das Kind zwischenzeitlich bei einer Pflegefamilie. Am 5. Oktober kam Tayler zurück zu seiner Mutter.

Am 12. Dezember wurde der bewusstlose Tayler ins UKE gebracht und notoperiert. Er starb am 19. Dezember – an schweren Hirnverletzungen in Folge von Misshandlung. Das ergab eine Obduktion der Babyleiche.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seitdem sowohl gegen die 22 Jahre alte Mutter sowie gegen ihren Lebensgefährten, 26. Sie beschuldigen sich gegenseitig, für den Tod des Kindes verantwortlich zu sein.