Comedy-Tipp

LaLeLu setzt singend neue Trends im Lustspielhaus

So sieht LaLeLu 2016 aus: Tobias Hanf, Jan Melzer, Sanna Nyman und Frank Valet (v. l.) spielen in ihrem neuem Programm mit dem Thema Trend

So sieht LaLeLu 2016 aus: Tobias Hanf, Jan Melzer, Sanna Nyman und Frank Valet (v. l.) spielen in ihrem neuem Programm mit dem Thema Trend

Foto: Mathias Knoppe

Ein Jubiläum ist schön und gut, sollte Künstler aber nicht dazu verleiten, stehenzubleiben. Gilt auch für LaLeLu. Am Tag nach ihrem groß gefeierten 20. Geburtstag in der Laeiszhalle, an dem die Hamburger Gruppe einen fünfminütigen Schlussapplaus genossen hatte, setzten sich die vier Musiker mit Texter und Arrangeur Sören Sieg zusammen und überlegten, was als Nächstes kommen könnte – das war vor fast einem Jahr.

Zwar tourte LaLeLu, hierzulande Begründer des Genres A-cappella-Comedy, noch bis zu diesem Sommer mit dem Programm „20 Jahre LaLeLu“, doch das neue Werk reifte fast parallel: „Muss das sein?! Das Trendprogramm“ hat am heutigen Dienstag im Lustspielhaus Deutschland-Premiere.

„Unsere vergangenen beiden Programme waren eher rückwärtsgewandt“, sagt Bariton Jan Melzer, mit Bass Tobias Hanf eines von noch zwei aktiven Gründungsmitgliedern. Jetzt aber wollen sie sich mit ihren Kollegen Frank Valet und Sanna Nyman als echte Trendscouts erweisen; die vier Gesangskomiker singen eine Zukunft herbei, die harmonischer denn je sein soll. Parodien etwa auf die erfolgreiche Vox-Sendung „Sing meinen Song“ mit Udo versus Udo gehören ebenso zum neuen Programm wie Medleys oder Cover­versionen von Hits wie Adeles „Hello“ – ein Lied zum Thema Kommunikationswahn, die „Hipster-Schlümpfe“ bis hin zu einer Oper in nur sieben Minuten.

Doch hinter den Songs – zwei schrieb Musik-Comedian Jan Christof Scheibe – steckt außer ausgefeiltem Tonsatz mehr Tiefe, als manche denken. Hatte LaLeLu schon zuvor mal musikalisch-drastisch Stellung bezogen (mit der Zeile „Nazis verpisst euch, keiner vermisst euch“ im Choral „Freundliche Bitte“), folgt im neuen Programm mit „Oh, Muzungu!“ eine kabarettistische Hymne auf den weißen Mann als afrikanischer Reggae.

„Wir haben politisch immer Stellung bezogen und sind nach wie vor eine junge Truppe“, sagt Melzer. Dass ausgerechnet sein Song der Streichliste zum Opfer fiel ? Künstlerpech.

„Muss das sein?! Das Trendprogramm“ Premiere Di 13.9., 20.00, bis 23.9. (außer Mo 19.9.), Lustspielhaus (U Hudtwalckerstraße), Ludolfstr. 53, Karten zu je 10,- (erm.) bis 29,50: T. 55 56 55 56; www.lalelu.de