Wandsbek

Im Minas gibt es moderne Küche ganz ohne Folklore

Die Chefs: Iraklis Moukas (l.) und Kimon Kotzapanagiotoglou.

Die Chefs: Iraklis Moukas (l.) und Kimon Kotzapanagiotoglou.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Lammkarree und frischer Fisch stehen im griechischen Lokal Minas auf der Karte. Aber ohne Zaziki geht es auch nicht.

Wandsbek. Der Große oder der Mächtige ist die deutsche Übersetzung für den griechischen Namen Minas. Gute Voraussetzungen für eine gastronomische Karriere in Hamburg. Deshalb benannte Minas Moukas sein Restaurant in Wandsbek nach seinem Vornamen und trat in große Fußstapfen. An gleicher Stelle wurde nämlich früher im Traditionslokal Gehrmann die Hamburger Prominenz bedient.

Heute managt der Mittfünfziger in Henstedt-Ulzburg sein Restaurant Lukullion, denn so hieß auch sein erstes Lokal vor 20 Jahren in Hamburg, gleich um die Ecke vom Minas. Dort trägt jetzt sein Sohn Iraklis die Verantwortung. „Ich führe das Lebenswerk meiner Eltern fort“, sagt der 34-Jährige. Er kam in Nordgriechenland zur Welt und blieb erst mal bei der Großmutter, während die Eltern in Aachen einen Imbiss betrieben.

In Wandsbek aufgewachsen

Als Vierjährigen holten sie ihren Sohn nach Deutschland, erst ins Rheinland, dann kurz nach der Einschulung nach Hamburg. „Ich bin in Wandsbek aufgewachsen und in Hamm zur Schule gegangen.“ Nach sechsmonatigem Wehrdienst in der alten Heimat studierte Iraklis in Hamburg Flugzeugbau sowie Wirtschaftsingenieurwesen und schloss beide Studiengänge ab. „Danach habe ich als freiberuflicher Ingenieur-Dienstleister für Airbus gearbeitet.“

Aber dann konnte Moukas junior nicht verhehlen, dass er „durch und durch Gastro-Kind“ ist, und übernahm im Sommer 2018 den elterlichen Betrieb. Sein Partner in der Geschäftsführung ist Schwager Kimon Kotzapanagiotoglou, der mit Iraklis’ Schwester Elefteria verheiratet ist. „Mein Vater hatte auch ein Restaurant, ich bin ebenfalls mit Gastronomie groß geworden“, sagt der 30 Jahre alte gelernte Klimatechniker. Eben ein richtiger Familienbetrieb, denn Mutter Moukas und eine Tante arbeiten auch in Wandsbek mit.

Groß und modern

Das Lokal hat so gar nichts vom Griechen-Kitsch mit Götterstatuen, Plastik-Reben und Fotos von der Akropolis. Im eleganten Eingangsbereich kann man vor dem Kamin sitzen oder an der Bar einen Drink nehmen, während man auf seinen Tisch wartet.

Groß und modern sind die beiden anschließenden Räume mit den vielen Fenstern. Links geht es ins Restaurant mit fein eingedeckten Tischen, Lederbänken entlang der grauen und grünen Wände, Holzfußboden, wenigen Bildern und modernen Lampen. In der Mitte steht ein großer Tisch mit einer umfangreichen Spirituosen-Auswahl. Der rechte Raum eignet sich sehr gut für geschlossene Veranstaltungen, wird aber bei großem Andrang auch mit hungrigen Gästen besetzt.

Raffinierte Zubereitung

140 Plätze stehen drinnen zur Verfügung, weitere 70 bei schönem Wetter auf der großen Terrasse. Acht Mitarbeiter in Küche und Service kümmern sich um die Gäste. „Und einer von uns beiden Geschäftsführern ist immer da“, sagt Iraklis. Sein Motto: „Wir bieten griechische Küche so an, wie sie es verdient. Modernes Ambiente, beste Qualität, raffinierte Zubereitung.“

Damit hat sich das Minas einen guten Ruf erarbeitet. „Wir haben 60 Prozent Stammgäste, die aus ganz Hamburg, aber auch aus Kiel oder Hannover zu uns kommen“, so die Chefs. Und immer wieder wird Lammkarree bestellt. Es kommt aus dem Ofen, wird mit Rotweinsauce und Beilagen serviert. Das Fleisch ist sehr zart und auf den Punkt gegart. Die Portion ist groß und sehr appetitlich angerichtet. Übervolle Teller gibt es bei Minas nicht. Das Auge isst eben mit.

Auch deutsche Weine

Ebenfalls beliebt: der Schafskäse im zarten Filo-Teigmantel, gut gewürzte Seawater-Garnelen in Olivenöl mit Kräutern, frischer Fisch wie der im Ganzen gegrillte Loup de Mer – und natürlich der unverzichtbare sahnig-würzige Zaziki. Die Mittagskarte wechselt regelmäßig, und zum bestehenden Angebot gibt es immer wieder eine Karte mit Empfehlungen nach Marktlage.

Bei den Lieferanten vertraut das Restaurant auf einen griechischen Großhändler und Hamburger Fischhändler. Aus dem südeuropäischen Land kommen weiterhin die meisten Weine auf der Karte, einige wenige deutsche Tropfen sind auch im Angebot. Beim Olivenöl setzt das Minas ebenfalls auf ein griechisches Produkt. „Es wird extra für uns hergestellt, wir verwenden es im Lokal und verkaufen es flaschenweise auch an die Gäste“, sagt Iraklis Moukas, der gerne Lamm isst und wie sein Schwager zwei Kinder hat.

Der Sohn kellnert gerne mal mit

Übernehmen die dereinst den Betrieb? „Noch sind sie klein“, sagt Iraklis, „aber mein sieben Jahre alter Sohn kellnert schon gerne mal mit.“

Die beiden Geschäftsführer haben übrigens interessante Namen. Iraklis ist in der griechischen Mythologie ein Sohn von Zeus und ein Held, der zwölf Aufgaben bewältigte und so zum Gott wurde. Kimon war um 500 vor Christus ein bedeutender Politiker und Feldherr in Athen, dessen gleichnamiger Großvater Olympiasieger mit dem Viergespann. Da stehen sie dem Restaurantgründer, Vater und Schwiegervater Minas Moukas, also in nichts nach.