Blankenese

Hamburgs Gastromeilen: So schmeckt Blankenese

In Blankenese lässt man die Küche im Dorf und trifft sich rund um den Marktplatz. Teil 18 der großen Serie.

Hamburg. Manche halten Blankenese für ein verschlafenes Nest. Doch die waren wohl noch nie an einem der vier (!) Markttage im Ort. Denn dann herrscht reges Treiben, Blankeneser und Gäste treffen sich auf und um den Marktplatz. In den zahlreichen Cafés und Restaurants wird gern bei einem Glas Champagner geklönt. Auch allgemein hat sich das kleine Elbvororte-Dorf in den vergangenen Jahren gastronomisch gesehen belebt. Neue Betriebe haben zusätzlich zu den etablierten Treffpunkten eröffnet, wie ein kulinarischer Gang entlang der Blankeneser Bahnhofstraße und Landstraße zeigt.

1. Rudolph Etwas abseits vom Dorfkern liegt das mit 45 Innenplätzen kleine, aber feine Restaurant von Chefkoch Frank Nerlich. Es grenzt direkt an das Weinhaus Röhr von Andrea und Bernd Rudolph. Natürlich stammen die servierten Weine vom Namensgeber und Nachbarn. Dazu bekommen die Gäste im Rudolphs gut gemachte Hausmannskost mit Lokalkolorit serviert. Wo sonst wird ein Blankeneser Marktsalat mit hausgebeiztem Lachs für 15,90 Euro aufgetischt? Dazu empfiehlt Nerlich ein Glas prämierten Silvaner Kabinett aus Franken (6,70 Euro). Eine Reservierung ist ratsam.
Blankeneser Landstraße 29, Mo bis Fr ab 17 Uhr, 040/73 08 44 84, www.restaurant-rudolph.de

2. Lühmanns Teestube Wer hierherkommt, sollte Hunger mitbringen. Denn die selbst gebackenen Torten, für die das Café und Restaurant Lühmanns berühmt ist, werden in großen Portionen serviert. Kosten: 5 Euro. Eine Tasse „altmodischen Filterkaffee“ gibt es für 3 Euro dazu. Vor 28 Jahren eröffneten Monika und Uwe Lühmann ihre Teestube. Vor Kurzem gab das im Dorf bekannte Gastropaar seinen Betrieb an Nachfolgerin Maud Barg ab – zum Glück zusammen mit den Kuchenrezepten. Die Lühmanns trifft man hier trotzdem noch an. Sie wohnen über der Teestube und gehören fast zur Einrichtung. Die kommt dank Plüschsessel und viel Deko gediegen, aber gemütlich daher.
Blankeneser Landstraße 29, Mo bis Fr 9–23 Uhr, Sa 9–18 Uhr, So 10–23 Uhr, Brunch 10–14 Uhr, 040/863441, www.luehmanns-teestube.de

3. Elbwein Relativ neu unter den Gas­tronomiebetrieben in Blankenese ist das Elbwein. Dagegen ist Betreiber Tom Sochaczewsky ein alter Hase im Geschäft. Sochaczewsky begründete einst das Mr.-Green-Konzept in Hamburg. Heute betreibt er unter anderem das Café-Bis­tro in Flottbek an der Beselerstraße. Das Elbwein in Blankenese verfügt über 80 Plätze samt Terrasse und einem Weinkeller. Wie der Name verrät, ist die Auswahl an Weinen groß. Auf der Karte findet sich der Klassiker Wiener Schnitzel genauso wie edle Fischgerichte. Ein Glas Weißwein gibt es ab 5,80 Euro, Flammkuchen ab 13,30 Euro.
Blankeneser Landstraße 27, Mo bis Sa ab 16.30 Uhr und So ab 12 Uhr, 040/86 62 87 72

4. Echtasien Santosh Kumar Lama eröffnete in Blankenese sein zweites Sushi-Restaurant zusätzlich dem in Winterhude. Echtasien macht seinem Namen alle Ehre. Sushi-Kenner schwärmen von der Qualität, die es zu einem im Verhältnis angemessenen Preis gibt. Zum Beispiel: eine California Roll mit Surimi, Gurke, Avocado, Tobiko, Sesam gibt es für 8 Euro, die Lady Crazy Roll mit mariniertem Lachs, Avocado, Gurke, Lachs-Topping und Teriyaki-Soße für 10,90 Euro.
Blankeneser Landstraße 1, Mo bis Sa 12-15 Uhr und 18-23 Uhr, So 16–23 Uhr, 040/18011932, www.echtasien.de

5. Mama Trattoria Als vor einigen Jahren die Restaurantkette Mama Trattoria in einer ehemaligen Drogeriefiliale eröffnete, waren viele Blankeneser sehr skeptisch. Zu Unrecht. Der Italiener hat sich etabliert und ist vor allem bei Familien sehr beliebt. Auf der umfangreichen Karte finden sich zahlreiche Nudelvariationen und Pizzen (ab 7 Euro) auch in ungewöhnlicher Form zu günstigen Preisen.
Blankeneser Bahnhofstraße 31, tägl. 11.30-23.30 Uhr, 040/80007373, www.mama.eu

6. Marktcafé So etwas kann es nur in Blankenese geben: Dieses Café öffnet allein zu Marktzeiten. Denn von den Plätzen des kleinen Marktcafés an der Bahnhofstraße aus haben die Gäste einen guten Blick auf das Treiben im Ort. Der Blankeneser Michael Heveker betreibt das Café neben dem Restaurant Quellental in Nienstedten und der Bar Redroom in Flottbek. Den besten pro Kopfumsatz, wenn es um Champagner geht, verzeichnet er allerdings in seinem kleinen Blankeneser Café. Denn besonders am Sonnabend treffen sich hier viele auf ein oder mehrere Gläser (7,50 Euro) nach dem Einkauf.
Blankeneser Bahnhofstraße 40, Di und Mi sowie Fr und Sa 9–15 Uhr, 040/82 24 22 70

7. Riva Aus einer spontanen Idee und einem Traum heraus ist das Riva vor zehn Jahren entstanden. Petra Avenarius und Michael Gamper betreiben die Bar, die auch Bistro und Café ist. Die Blankeneser leben von ihrem und für ihr Geschäft. „Wir ziehen voll durch“, sagt Michael Gamper mit Blick auf die Öffnungszeiten. Allein am 1. Weihnachtstag hat das Riva geschlossen. Nach einigen Erweiterungen verfügt das Riva heute über 50 Plätze innen und noch einmal so viele außen. Probieren sollte man hier den Moskow Mule mit Wodka, Limettensaft, Spicy Ginger im Kupferbecher (8,50 Euro). Dazu gibt es Flammkuchen ab 10,90 Euro. Wer es ungewöhnlicher mag: Auf der täglich wechselnden Speisekarte finden sich auch einmal Kaviar und Jahrgangssardinen in der Dose.
Blankeneser Bahnhofstraße 36, Mo–Sa ab 9 Uhr, So, ab 10 Uhr, 040/88941906, www.riva-blankenese.de,

8. Roederer’s Jennifer Röder betreibt die nach ihr benannte Café-Bar, die sich vor allem durch die herrliche Lage auszeichnet. Denn von hier aus haben die Besucher einen guten Blick auf den Markt und die Blankeneser Einkaufstraße. So sind die Plätze bei Sonnenschein auf der Terrasse auch meist alle besetzt. Gäste können hier eine Tasse Kaffee (2 Euro) zu kleinen Snacks oder etwas von der wechselnden Mittagstischkarte (ab 5,90 Euro) bekommen.
Blankeneser Bahnhof­straße 34, Mo bis Sa 8–20 Uhr und So 10–18 Uhr, 040/8664 75 08, www.roederers.de

9. Dal Fabbro Das erste Haus am Platz: Das könnte Salvatore Testa mit seinem Restaurant Dal Fabbro für sich beanspruchen. Seit 33 Jahren betreibt der Sizilianer das italienische Restaurant in dem denkmalgeschützten Gebäude, das einst eine Schmiede beherbergte. Mit Obergeschoss, Wintergarten und Terrasse verfügt Dal Fabbro über rund 170 Plätze. Die braucht es auch. Denn an Wochenenden geht ohne Reservierung meistens nichts. Wer einen Platz ergattert, kann die Bilder des Künstlers Horst Jansen bewundern, die er in seinem Lieblingsrestaurant teils anfertigt – mit Vorliebe auf der Tischdecke. Bekannt ist das Dal Fabbro für die Spaghetti aus dem Parmesanleib mit frischen Trüffeln, die 34,50 Euro kosten. Ein Glas Pinot Grigio kostet 5,90 Euro.
Blankeneser Bahnhofstraße 10, Mo bis Sa 12–15 Uhr und 18–23 Uhr, So 12–22 Uhr, 040/868941, www.dal-fabbro.de

10. Tapas Filón Der Liebe wegen kam Fabiano Da Cunha Miguel nach Deutschland. Mitgebracht hat er brasilianische Gastfreundschaft und vor allem Kochkunst. Sein Restaurant Tapas Filón ist vielen Blankeneser Kinogängern ein Begriff, die hier noch ein Glas der spanischen Weine (ab 5,40 Euro) zu sich nehmen, gern zusammen mit einer kleinen Tapas-Auswahl für 7,50 Euro. Wer mehr Hunger und Zeit mitbringt, lässt sich dieses Gericht nicht entgehen: brasilianischer Tafelspitz mit Zimt, Rotwein, Orangenschalen und kleinen Kartoffeln (18,50 Euro).
Am Kiekeberg 1a, Mo bis Fr 12–24, Sa 11–24 und So 14–23 Uhr, 040/86 64 67 46, www.tapasfilon.de

11. Carroux 2014 eröffnete Unternehmer Uli Carroux in seinem Wohnort Blankenese ein Café samt eigener Kaffeerösterei. Das Carroux hat sich schnell als beliebter Treffpunkt etabliert. Montags und donnerstags weht den Gästen der Geruch frisch gerösteten Kaffees in die Nase. An diesen Tagen können sie beim Rösten dabei sein. 250 Gramm frisch gerösteter Espresso kostet 6,50 Euro, die Tasse 1,70 Euro. Dazu gibt es Panini für 3,40 Euro.
Elbchaussee 583, Mo bis Sa 8.30-18 Uhr sowie So 11–18 Uhr, 040/80 05 05 90, www.carroux.de

Alle Teile der Serie unter abendblatt.de/gastromeilen