Walddörfer

Hamburgs Gastromeilen: Die besten Restaurants im Alstertal

Nicht nur rund um die Alster, auch in den Walddörfern gibt es hervorragende Köche und Restaurants. Teil 14 der großen Serie.

Hamburg. 1. Gasthaus Offen Seit mehr als 100 Jahren gibt es das heimliche Herz von Lemsahl-Mellingstedt. Hier am grünen Rand der Stadt haben Generationen Konfirmation, Abitur, Hochzeit, runde Geburtstage und Jubiläen gefeiert. Grünkohl, Gulaschsuppe, Schweinebraten, Sauerfleisch, Aal in Gelee und Gänsekeule in Sauer stehen auf der Karte. Dazu aus der großen Eisenpfanne Bratkartoffeln, die viele für die besten Hamburgs halten.
Lemsahler Dorfstraße 39, Mo, Di, Do, Fr ab 16 Uhr, Sa/So ab 11.30 Uhr, 040/6083835, www.Gasthaus-Offen.de

2. Stocks Als „gut und unkompliziert, saisonal und mit hohem Qualitätsanspruch“ beschreibt Heiko Stock seine Küche im Stocks. Seit 17 Jahren betreibt er das Restaurant, das seinen Namen trägt, im reetgedeckten Fachwerkhaus von 1751 in Poppenbüttel. So stehen Seezunge und Oktopus, Steaks, Wiener Schnitzel und Rinderroulade auf der Karte. Alles im ersten Moment gutbürgerlich, aber dann doch mit unerwarteten Aromen, mit Pfiff und dem gewissen Etwas.

Die heimliche Liebe des Kochs gehört aber den kleinen Köstlichkeiten aus Reis und rohem Fisch. An der California Sushi Academy in Los Angeles ließ sich Stock zum Professional Sushi Chef ausbilden. Gemütlich gediegen ist die Atmosphäre im Lokal: dunkle Holztische, Schnörkelstühle, viel Gold an den Wänden, frische Blumen und Kerzen. Und im ersten Stock gibt es eine Tiroler Almhütte. Viel Holz, Kuhfelle und Gaudi am Kamin bringen Alpenfeeling ins Alstertal.
An der Alsterschleife 3, Di–Fr 12–15/18–23, Sa/So 12–23 Uhr. Kaminstube: Mi–Fr ab 15, Sa/So 12–23 Uhr, 040/6113620, www.stocks.de

3. Lenz Seit gut zehn Jahren kocht Leslie Himmelheber auf hohem Niveau in seinem Restaurant Lenz in Duvenstedt. Elegant-lässig ist die Atmosphäre. Durch eine Glasscheibe kann man in die Küche gucken und beim Braten, Rühren und Anrichten zuschauen. Gegenüber der Bar kann man an gemütlichen Hochtischen einen Drink nehmen. Seine Küche sei „bodenständig, kreativ und saisonal“, sagt Leslie Himmelheber. Bis zu achtmal wechselt die Karte pro Jahr. Klassiker und meist im Angebot sind Tafelspitz, geschmorte Kalbsbäckchen, Labskaus und Wiener Schnitzel. Außerdem gibt es einen Mittagstisch und individuell zusammengestellte Menüs für feierliche Anlässe. Bei Kochkursen gibt die Küchencrew ihr Wissen weiter.
Poppenbütteler Chaussee 2, Mo und Mi–Sa 12–15 Uhr und ab 17.30 Uhr, So ab 12 Uhr, 040/60558887, www.restaurant-lenz.de

4. Stüffel Der Name ist nicht nur Marke, sondern auch Programm. Stüffel ist das alte norddeutsche Wort für Kartoffelfeld, das Restaurant steht für bodenständige, regionale Produkte. Gleichzeitig ist Stüffel die Adresse in Bergstedt, denn die vom Volksdorfer Damm abzweigende Straße heißt so. „Guten Wein und leckeres Essen einfach genießen“ ist das Motto von Inhaber Ondrej Kovar. Der gebürtige Tscheche ist ausgewiesener Weinexperte. Regelmäßig lädt er Winzer ein ins Lokal. 20 Gerichte stehen auf der regelmäßig wechselnden Karte, gekocht wird saisonal und regional.
Stüffel 8, Mi–Fr ab 17.30 Uhr, Sa/So 12–21.30 Uhr, 040/60902050, www.restaurantstueffel.de

5. Dorfkrug In der mehr als 200 Jahre alten Bauernkate in Volksdorf geht es familiär zu. Die Karte wechselt alle paar Wochen, aber Spätzle stehen immer drauf. „International mit schwäbischem Hauch“ ist die Küche nach Auskunft von Thorsten Daub. Der Hamburger ist Chef des Familienbetriebs, den seine Eltern – Vater aus Pforzheim, Mutter aus Baiersbronn – vor 30 Jahren in der Hansestadt begründeten. Zwiebelrostbraten und Thai-Curry, Beef Tatar und Bouillabaisse bestellen die Gäste. Im Winter ist es behaglich am Kamin, im Sommer sitzt man im Garten.
Im Alten Dorfe 44, Mi–Sa ab 18 Uhr, So 12–15/17–21 Uhr, 040/6039294, www.dorfkrug-volksdorf.com

6. Mazza Im Norden Hamburgs liegt der Nahe Osten, denn im Mazza in Poppenbüttel kommt der Orient auf den Tisch. Absoluter Renner sind die vielen Vorspeisen-Variationen, die als Mazza dem Restaurant den Namen gegeben haben. Bis zu 50 verschiedene weiße Schälchen kommen auf den Tisch, alles haus- und selbst gemacht in der Küche – verführerische Vielfalt. Die Hauptgerichte stehen den Vorspeisen in Qualität und Auswahl in nichts nach. Ob Lamm auf orientalische Art mit Joghurt-Minz-Soße, Rehrücken mit Datteln-Nelken-Jus oder Wolfsbarsch mit Paprika-Kardamom-Soße – die Gewürze sorgen für nicht alltägliche Aromen. Und auch die Nachspeisen sind eine Sünde wert. Der Mann hinter dieser modernen Version von tausendundeiner Nacht ist Samer Charouf, dem Syrer gehört auch das Mazza in Eimsbüttel.
Poppenbütteler Weg 236, Di–Fr 12–14.30 Uhr, Mo–Fr ab 18 Uhr, Sa/So ab 17 Uhr, 040/60878240, www.mazzahamburg.de


7. Watzmann Wiener Schnitzel groß wie Elefantenohren, zart, dünn und knusprig paniert – so werden die Kalbfleisch-Fladen seit 1994 im Wirtshaus Watzmann an der Saseler Chaussee serviert. Außerdem gibt es Knödel, Gulasch und Käsespätzle in diesem immer gut besuchten, rustikal eingerichteten Lokal. Und ewig lockt der Kaiserschmarrn zum Nachtisch.
Saseler Chaussee 166, täglich ab 17 Uhr/Küche bis 23 Uhr, 040/6003589, www.wirtshaus-watzmann.de

8. Zum Haselknick Wer im Alstertal wandert, radelt oder paddelt, kommt unweigerlich an diesem Rasthaus vorbei. Zwischen Duvenstedt und Bergstedt im Biergarten im Wald mit Alsterblick sitzen, ein Getränk und deutsche Hausmannskost genießen – das geht in diesem urigen Lokal. Nebenan gibt es von März bis August sogar einen kleinen Campingplatz.
Haselknick 77, Mi–Fr ab 16 Uhr, Sa/So ab 11 Uhr, 040/6050494, www.haselknick.de

9. Locks Das Restaurant im reetgedeckten ehemaligen Schleusenmeisterhaus an der Poppenbütteler Schleuse ist ein idealer Ort, um Freunde zu treffen, zu schlemmen und zu klönen. Das Lokal liegt direkt am Alsterwanderweg, im Sommer locken die große Sonnenterrasse und die Schirmbar. Oder nebenan in der Marina Marienhof ein Boot für eine Tour stromaufwärts mieten. Dem Betreiber Peer Petersen gehören im Alstertal auch die Restaurants Wellington und Balducci sowie die Weinbar Mellinghus.
Marienhof 6, Mo–Mi 12–24 Uhr, Do–Sa 12–1 Uhr, So 11.30–24 Uhr, 040/6116600, www.the-locks.de

10. Krögers Gasthaus Wer im Internet die Seite von Krögers Gasthaus anklickt, sollte Plattdeutsch können. Rustikal und norddeutsch geht es in dem Restaurant am Stadtrand zu. Es gibt Kohlrouladen, Sauerfleisch und Pannfisch. Und natürlich deftige Bratkartoffeln.
Lemsahler Landstraße 80, Mo, Mi, Do, Fr 11.30–15/ab 18 Uhr, Sa ab 11.30 Uhr, So ab 12 Uhr, 040/6083434, www.kroegers-gasthaus.de

11. del Das Wellingsbütteler Traditionslokal Randel gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr. Aber hinter dem Stammhaus, das in den nächsten Jahren saniert werden soll, betreibt Stephan Randel das del in der mehr als 200 Jahre alten Scheune mit moderner, kreativer Küche. Auf den Tisch kommen Kalbsfilet und Bachforelle, Rote-Bete-Quiche und Polenta. Im Sommer sitzt man im Grünen.
Poppenbüttler Landstr. 1c, Di–Do ab 17 Uhr, Fr/Sa ab 11.30 Uhr, So ab 11 Uhr, 040/6027061, www.del-restaurant.de

12. Brunello Fröhlich und lebhaft ist die Stimmung meist im Brunello. In der Trattoria von Dirk Block am Poppenbütteler Bahnhof servieren die Kellner mit italienischer Freundlichkeit Pizza und Pasta, Fisch und Ossobuco. Die Vorspeisen kommen als kleine Portionen, sodass man nicht schon davon satt ist. Die Terrasse bietet überdachte Plätze, und in der Saison werden dort immer mittwochs große Fische ab einem Gewicht von mindestens fünf Kilo gegrillt.
Stormarnplatz 8, Mo–Fr 11.30–23 Uhr, Sa/So 12–23 Uhr, 040/61187753, www.trattoria-brunello.de

13. Gasthaus zum Bäcker Traditionelle Küche vereint mit frischen Backerzeugnissen hat sich das Gasthaus zum Bäcker am Wohldorfer Wald auf die Fahnen geschrieben. In dritter Generation, gelegen am Mühlenteich, ist das Haus ein beliebtes Ausflugslokal für Familien, Radfahrer und Wanderer. Auf der Karte stehen Kartoffelpuffer, Kutterscholle, Entensauer mit Bratkartoffeln und Waffeln. Frisch gebackenes Vollkornbrot gibt es von Mittwoch bis Sonnabend, 11–13 Uhr.
Herrenhausallee 9, Di–So 12–23 Uhr, 040/60765397, www.zum-baecker.de

14. Taverna Santorini Jeder braucht einen Griechen seines Vertrauens für Ouzo, Gyros und die Zeus-Platte. Die Taverna Santorini ist so ein Lokal. 1982 gegründet, führen Nikos Trigkas und Christos Kapsalis es in der dritten Generation an der Saseler Chaussee. Kalte und warme Vorspeisen, Grill und Fischgerichte sowie Lammkotelettes als Spezialität stehen auf der Karte. Im Sommer gibt es einen schönen Außenbereich hinter Hecken.
Saseler Chaussee 161, Mo–Sa 17–24 Uhr, So 12–24 Uhr, 040/6018080, www.tavernasantorinisasel.de

15. del favero Elegant-gemütliches Ambiente, hochwertig-vielseitige Küche – damit punktet das del favero gegenüber vom AEZ. Italienischer Aufschnitt, verschiedene Nudel- und Risotto-Gerichte, Kalbsleber und Dorade vom Grill stehen auf der Karte, die zusätzlichen Tagesempfehlungen auf der Tafel. Die Weinkarte ist interessant, es gibt auch viele gute Tropfen offen im Glas.
Heegbarg 28, täglich 12–22 Uhr, 040/6061075, www.delfavero.de

Alle Teile der Serie unter abendblatt.de/gastromeilen