Kaiserkai

Hamburgs Gastromeilen: Kaiserkai für jeden Geldbeutel

In der HafenCity kann man wunderbar essen gehen, ob auf die Hand oder am leinengedeckten Tisch. Teil sechs der großen Serie.

Hamburg. Die Elbphilharmonie hat alles verändert. Seit das Konzerthaus im vergangenen Jahr eröffnet wurde, ist auch abends Leben­ in der HafenCity. Und so etabliert sich langsam eine Café- und Restaurantszene am Kaiserkai und damit in der Straße vor dem Kaispeicher A.

1. Campus Suite Für die schnelle Stärkung geht man in die Filiale, die hier Kaiser Suite heißt. Sandwiches und Kuchen, eine wärmende Suppe oder den Vitamin-Kick Obstsalat kann man hier verzehren. Und auch die Getränke­auswahl ist nicht zu verachten.
Am Kaiserkai 60–62, 040/23858380, Mo–Do 6.30–20 Uhr, Fr 6.30–21 Uhr, Sa 8–21 Uhr, So 8–20 Uhr, www.campussuite.de

2. India House Seit zwei Monaten betreibt Ahmal Sahi das India House. „Wir liegen in der Nähe der Mahatma-Gandhi-Brücke, das passt doch gut“, sagt der Pakistani, der seit 16 Jahren in Hamburg lebt. Indische Spezialitäten servieren seine fünf Mitarbeiter und er den Gästen in dem Raum mit geschnitzten Paravents und vielen Deko-Elefanten. Besonders beliebt sind Spinat mit Käse oder Auberginen aus dem Lehmofen. Nach hinten fällt der Blick aus dem Lokal auf den Sandtorhafen. Bei gutem Wetter kann man auch draußen sitzen, ansonsten stehen drinnen 60 Plätze zur Verfügung.
Am Kaiserkai 46, So–Do 11–23 Uhr, Fr/Sa 11–24 Uhr, 040/30069666, www.restaurant-india-house-hamburg.de

3. Klein und Kaiserlich Ein Stück Österreich in Hamburg will das Klein und Kaiserlich sein. Das Kaffeehaus mit den Anklängen an die kaiserlich-königliche Donaumonarchie bietet seit neun Jahren Kaffeespezialitäten wie den „Kleinen Schwarzen“, den „Großen Braunen“ oder „Kaffee verkehrt“, immer mit einem Glas Wasser serviert. Außerdem gibt es Mehlspeisen wie Topfenstrudel, Marillenknödel, Buchteln oder Kaiserschmarrn. Der Mittagstisch wechselt wöchentlich. Zu den Schmankerln auf der Karte gehören auch die Frühstücksvariationen oder faschierte Laiberl, in Hamburg als Frikadellen bekannt. Kaiser Franz-Jospeh und Kaiserin Sissi wachen als Wand­bilder über das Geschehen. Und fast denkt man, man sitzt in einem Lokal an der Donau. Bis dann ein Containerfrachter vorüberfährt.
Am Kaiserkai 26, tgl. 10–18 Uhr, 040/36122480, www.k-u-k-kaffeehaus.de

4. Meßmer Momentum Abwarten und Tee trinken – dafür ist das Meßmer Momentum mit Laden und Lounge der perfekte Ort. Mehr als 250 Teesorten von Schwarz bis Grün, von Früchte bis Kräuter stehen in der Karte. Kuchen und Gebäck, Sandwiches und Quiches stillen den Hunger. Besonders beliebt sind die Tee-Menüs, die auf einer dreistöckigen Etagere serviert werden. Wie bei der Queen auf Schloss Windsor mit Sandwiches, Scones mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade, Früchtebrot, Pralinen und Teegebäck. Seit zehn Jahren gibt es das Paradies für die gebrühten Blätter. „Besonders beliebt sind die Kräutermischung ,Gelassenheit‘ und der Darjeeling ,Margaret’s Hope‘“, sagt Susanne Carstensen. Sie verkauft im Laden, während die Gäste in der Lounge den verschiedenen Konzerten und Lesungen lauschen.
Am Kaiserkai 10, tgl. 11–20 Uhr, 040/73679000, www.messmer.de

5. Sala Thai Tom Ka Gai oder Tom Yam gung (Kokosmilchsuppe­ mit Hühnerfleisch oder Garnelensuppe mit Limette), Sate-Spieße oder rotes Curry, pikant oder höllisch scharf – wer im Sala Thai einkehrt, kann sich auf frische thailändische Küche freuen. Das freundliche Personal sagt „Sawasdee“ als Willkommensgruß. Gegessen wird mit Löffel und Gabel, und am besten bestellt man mehrere kleine Gerichte, um die Vielfalt zu schmecken. Wer sich nicht entscheiden kann, ordert das Menü mit neun Speisen.
Am Kaiserkai 1, tgl. 12–24 Uhr, 040/323909, www.salathai.de

6. Wandrahm Als Adresse für Fine Dining mit weißen Tischdecken und Stoffservietten versteht sich das Wandrahm. Auf zwei Etagen kann der Gast in dem einer Reederei gehörenden Gebäude schon seit zehn Jahren essen und trinken. Die Tische sind rund und eckig, gesessen wird auf lederbezogenen Stühlen und Bänken in Beige und Braun. Die hölzernen Dielen auf dem Fußboden stammen aus dem Schiffbau. Sowohl unten als auch oben gibt es lange Bartresen, um einen Aperitif oder den Absacker einzunehmen.

Das ganze Interieur macht einen schlichten und kühl-sachlichen, aber dennoch gemütlichen Eindruck. „Wir empfangen die Gäste herzlich und möchten ihnen eine schöne Zeit bereiten“, sagt Betriebsleiterin Ulrike Hühnerbein. Auf der Karte stehen Fischsuppe und Steaks, Wiener Schnitzel, Loup de mer oder karamellisierter Ofenkürbis mit Bulgursalat und Kräuterjoghurt. Zum Mittagstisch gibt es auch mal Bratwurst oder Bauernfrühstück.
Am Kaiserkai 13, Mo 11.30–15 Uhr, Di–Fr 11.30–15/17.30–22 Uhr, Sa 17.30–22 Uhr, 040/31812200, www.wandrahm.de

7. Schanzenbäckerei Hunger und keine Lust auf ein Restaurant? Dann fix zur Schanzenbäckerei. Hier gibt es belegte Brötchen, Torten und Gebäck, Snacks und Salate. Und anschließend weiter gestärkt durch die HafenCity oder in die Elbphilharmonie.
Am Kaiserkai 15, Mo–Fr 6–18 Uhr, Sa/So 7–18 Uhr, 040/36091888, www.schanzenbaeckerei.de

8. Pasta Pasta Pizza, Nudeln und auch noch ein Logenplatz am Wasser im Pasta Pasta. Klein und gemütlich ist das Lokal, das seine wahre Größe bei gutem Wetter auf der Terrasse ausspielt. „Wir organisieren auch Veranstaltungen“, sagt Anne-Marie Bernhöft, die den Laden mit drei Kollegen schmeißt. Aber auch nur mit einem Getränk lässt es sich am Grasbrookhafen wunderbar träumen.
Am Kaiserkai 19, Di–So 12–18 Uhr, 040/18109930, www.pastapasta-hafencity.de

9. Bootshaus Neues Leben im Bootshaus in der HafenCity: Nach einem Umbau ist Geschäftsführer Tristan Missner mit neuem Konzept und neuem Team am Start. „Wir wollen ein Ort sein, der Freude macht“, sagt der 32-Jährige. Der gelernte Hotelfachmann hat zuvor zehn Jahre lang in Wien und Berlin in den Ritz- Carlton-Hotels gearbeitet. Im gemütlich eingerichteten Restaurant finden gut 40 Gäste Platz. Unter der Decke hängen Holzwellen wie Spanten aus dem Bootsbau. Aus der offenen Küche kommen Cuts vom Josper-Holzkohlegrill, Bouillabaisse oder Beinschinken aus Österreich sowie von Dienstag bis Freitag ein Mittagstisch. Die Bar ist ein hoher Raum, man könnte dort stundenlang sitzen, auf die Elbe gucken und die rund 250 verschiedenen Spirituosen durchprobieren. Und wenn der Hunger nagt, ist die Rettung ja nicht weit.
Am Kaiserkai 19, Di–Sa 12–15/18–22 Uhr, 040/33473744, www.bootshaus-hafencity.de

10. Kaiser's Wenn ein Schiff gen Kreuzfahrtterminal nebenan steuert, bekommt der Gast im Kaiser’s das sofort mit. Sperrsitz am Grasbrookhafen mit Elbblick. Täglich wird an den 65 Plätzen drinnen serviert – von Frühstück über Mittag­essen, Kaffee und Kuchen sowie Dinner am Abend. Gesessen wird auf roten Lederbänken, Spiegel und Kerzen sowie viel Rot sorgen für ein gemütliches Ambiente. Im Sommer ist die große Terrasse am Wasser kaum zu schlagen. „Mal sehen, ob hier noch der Yachthafen gebaut­ wird“, sagt Restaurantleiter Thorsten Weckopp. Und was muss immer auf der Karte stehen? „Currywurst und Pannfisch sind die Favoriten.“
Am Kaiserkai 23, tgl. 10–22 Uhr, 040/36091790, www.kaisers-hamburg.de

11. Feinkost HafenCity Ein kleiner und feiner Laden. Bereits im September 2007 öffnete das Geschäft seine Türen. Damals standen am Kaiserkai erst wenige Häuser, Baustaub und Lärm lagen in der Luft. Mittlerweile hat Inhaber Thomas Jeche sich seinen Platz im Stadtteil erobert und schlägt mit seiner liebevoll zubereiteten Hausmannskost und leckeren Torten eine Brücke zwischen Tradition und Moderne.
Am Kaiserkai 27, Mo–Fr 11.30–16 Uhr, Sa/So und Feiertag 11.30–18 Uhr, 040/36122587, www.feinkosthafencity.de

12. Tarterie Jolie Crêpes, Quiche und Croissants, Zitronen-Baiser-Tartelette, Macarons und mallorquinischer Mandelkuchen locken in die Tarterie Jolie. Seit gut zwei Jahren gibt es das Café mit französischem Flair, wo Ines Klöpper die Gäste bedient. „Alles wird hier gebacken“, sagt die Kellnerin. Besonders beliebt ist der Brotpudding, der immer mal wieder auf der Karte steht. Am Wochenende wird aus dem Frühstück ein üppiger Brunch.
Am Kaiserkai 27, tgl. 8–18 Uhr, 040/63862750, www.tarterie-jolie.de

13. Green Lovers Wer tagsüber gesund und grün essen möchte, stellt sich hier einen Salat zusammen. Die Zutaten sind fast unerschöpflich: Neben den bekannten Ingredienzien wandern Falafel, Ziegenkäse, Räucherlachs, Couscous, Granatapfelkerne oder Roastbeef in die Schale, die hier Bowl heißt. Außerdem stehen zehn Dressings zur Auswahl. Alle Salate werden frisch für den Gast zubereitet.
Am Kaiserkai 65, Mo–Fr 11.30–15 Uhr, 040/69279364, www.greenlovers.de

14. Carls Seit fast zehn Jahren residiert das Carls neben der Elbphilharmonie, hat geduldig gewartet, dass das Konzerthaus eröffnet, und in der Zwischenzeit viele Gäste mit französisch-norddeutscher Küche verwöhnt. Das Lokal ist ein Ableger vom Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee und heißt nach dem Gründer, dessen Zweitname eben Carl war. Es gibt das Bistro für den unkomplizierten Imbiss, die Brasserie und demnächst im Untergeschoss das Pop-up-Restaurant mit Bar von Zweisternekoch Thomas Martin.

Überall geht es lässig, lebhaft und mit hohem Qualitätsanspruch an Speisen, Getränke sowie Service zu. Und natürlich ein Muss an so einem Hamburger Standort: Deckenhohe Fenster geben den Blick frei auf Elbe, Hafen und Konzertspeicher. Vor einem Musik-Ereignis kann man ein Drei-Gänge-Menü verspeisen, nach dem Konzert locken noch die Nachtkarte und der Absacker an der Bar. Ein Abend in Hamburg kann so schön sein.
Am Kaiserkai 69, Bistro tgl. 12–23.30 Uhr (keine Reservierungen), Brasserie tgl. 12–15/17.30–23.30 Uhr, 040/300322400, www.carls-brasserie.de

Alle Teile der Serie unter abendblatt.de/gastromeilen