Pommes-Report

Wo es in Hamburg die besten Pommes gibt – der große Report

Seit 30 Jahren gibt es die Kleine Pause
an der Wohlwillstraße

Seit 30 Jahren gibt es die Kleine Pause an der Wohlwillstraße

Foto: Stefanie Pichlmair

Sie sind beliebt und in der ganzen Stadt zu haben. Das Abendblatt empfiehlt elf Adressen in Hamburg, wo es leckere Fritten gibt.

Hamburg. Blankeneser Imbiss
Zwei Euro kostet die „kleine“ Portion Pommes im Blankeneser Imbiss (mitten im örtlichen Bahnhof) – die faktisch ganz schön groß und sättigend ist. Mittags fallen hier Horden hungriger Schüler ein, die sich neben Döner vor allem auf Pommes stürzen. Die sind ziemlich dünn und hellblond, aber schnell frittiert und genau „auf den Punkt“ – also nicht zu kross und nicht zu labberig. Nett auch die stilvolle Porzellanschale, in der sie serviert werden. Beim Salz könnte gespart werden. Bei Bedarf sollte man stets nach Curry-Ketchup fragen, der andere schmeckt etwas fade. Der Imbiss ist picobello, liegt im Durchgang zu den Gleisen, aber recht dunkel und zugig. Ein Tipp: Bei schönem Wetter die Pommes lieber auf dem Bahnhofsvorplatz genießen, das ist viel gemütlicher. Ketchup oder Mayo kosten 30 Cent extra. (schmoo)
Blankeneser Imbiss, Erik-Blumenfeld-Platz 29, tägl. 10–22 Uhr, S 1 und der S 11 und mit diversen Bussen (z. B. Linie 22)

Daniel Wischer
„Esst Backfisch – ihr werdet es nicht bereuen“, steht auf der Pommestüte, die mit einem Abendblatt- Faksimile bedruckt ist. Tatsächlich holen sich viele Gäste Fish & Chips an der Selbstbedienungstheke von Daniel Wischer gegenüber dem Rathaus. Aber es muss ja keineswegs immer Fisch sein, wenn man einen kleinen Hunger auf Frittiertes verspürt. Wer Appetit auf eine Tüte Pommes hat, ist hier auch goldrichtig. Denn weil es in der Innenstadt den ganzen Tag über reichlich Laufkundschaft gibt, liegen ständig frische Pommes bereit. Sie sind goldgelb, deutlich dicker als die handelsübliche Tiefkühlware und haben genau den richtigen Biss – außen knusprig, innen schön weich, man schmeckt die Kartoffel. Die Tüte Pommes kostet 3 Euro, Mayo oder Ketchup inklusive. Fish & Chips kosten 6,50 Euro. (jes)
Daniel Wischer, Große Johannisstraße 3, Mo–Sa 11.30–22 Uhr, U 3 bis Rathaus, Buslinien 3, 4, ,5 ,6, 34, 35, 36, 37, 109

CKT´S
Mit einem leisen Knack durchbricht man das knusprige Äußere, danach wird es kartoffelig weich. Bei CKT’s Pommes for President im gerade neu eröffneten Zwischengeschoss des Altonaer Bahnhofs sind die Fritten belgisch inspiriert, also eher kurz und dafür breit geschnitten. Der etwas sperrige Name CKT’s übrigens steht für die Initialen des Firmenchefs Christian Knoop- Trouilier, den Gründer der Backshop- Kette Crobag. Die Pommes kommen frisch frittiert in die Tüte, so eine im Retro-Stil der 70er-Jahre. Im Grundpreis von 2,60 Euro ist eine Sauce inbegriffen so wie Mayo – auch mit Trüffel – oder Ketchup. Jede weitere kostet 40 Cent. Im Angebot sind zudem Süßkartoffel- Pommes oder Patata, eine Art Kartoffelmus wahlweise mit Röstzwiebeln, Sour Cream oder Käse. Einen zweiten CKT’s- Stand gibt es am Hauptbahnhof, Ausgang Kirchenallee. (mik)
CKT’s, Paul-Nevermann-Platz 1, tägl. 11–22 Uhr, S 2 und S 31 bis Bahnhof Altona

Imbiss Engel
Dieser Imbiss liegt direkt an der Elbe und hat sogar eine eigene Homepage: „Im Engel-Imbiss erleben Sie alles in der ersten Reihe und können den Lotsen beim Wechsel zusehen oder die großen Pötte beim Vorbeifahren bestaunen“, heißt es dort. Gut, dass man sich so beschäftigen kann, denn die Pommes mit den Riffeln (manche sprechen passend zur Wasserlage auch von Wellenform) brauchen dort immer ziemlich lange, werden aber immer frisch zubereitet. Manchmal geraten sie etwas zu kross, die ganz kleinen sind dann fast zu knusprig. Doch meistens lohnt das Warten – dann, wenn die Pommes gleichermaßen bissfest und fluffig sind, dazu goldgelb und nie versalzen. 2,40 Euro kostet eine Portion, Curry- Ketchup oder Majo gibt’s für 30 Cent extra. Wer nicht gleich wieder loswill, sitzt gemütlich auf Stühlen direkt am Wasser, ein paar Tische gibt es auch. Man spürt das leichte Schwanken, wenn ein großer Frachter vorbeifährt – mehr Hamburg geht nicht. (schmoo/jes)
Imbiss Engel, Fähranleger Teufelsbrück, geöffnet je nach Jahreszeit und Witterung, derzeit täglich von 12 bis etwa 19 Uhr, Buslinien 36, 39 und 286 oder mit der Fähre aus Finkenwerder

Kleine Pause
Wer in der Kleinen Pause Pommes bestellt, bekommt immer eine Portion Kiezleben mit dazu. Müde Polizisten nach der Spätschicht, müde Straßenfeger vor der Frühschicht oder Fußballfans, die vielleicht müde, aber auf jeden Fall laut sind, trinken Bier oder Kaffee, sitzen auf Holzhockern und warten. Seit 30 Jahren versorgen Thorsten Clorius und sein Team die Kunden mit Pommes, und machen das so gut, dass das Warten niemanden stört. Die Pommes werden portionsweise frisch frittiert und schmecken nach Salz, Curry und Paprika - für 2 Euro pro Teller beziehungsweise pro Schale, mitnehmen geht auch. Sie werden auch mit Soße drauf nie matschig. Die gibt es satt für 30 Cent dazu. Burger können sie in der Kleinen Pause auch. Beliebt ist sie vor allem bei Nachtschwärmern, am Wochenende ist bis 5 Uhr geöffnet. (hpsp)
Kleine Pause, Wohlwillstraße 37, Mo–Do 7–3 Uhr, Fr 7–5 Uhr, Sa 9–5 Uhr, So 9–2 Uhr, U 3 Haltestelle Feldstraße

Ottos´s Burger
Mit 4 Euro gehören die Süßkartoffel-Pommes bei Otto’s Burger sicherlich nicht zu den billigsten, doch ein Versuch lohnt sich: Knusprig kross werden sie einem hier im Emailleschälchen serviert. Der besondere Clou: Die Pommes werden gesalzen und zusätzlich in Rosmarin geschwenkt. Das passt gut zur süßlichen Kartoffelnote. Wer sich nicht davor scheut, auch bei der Mayonnaise mal vom klassischen Geschmack abzuweichen, dem sei für 1 Euro extra die Trüffel-Mayo ans Herz gelegt. Wie der Name des Ladens bereits verrät, gibt es dort nicht nur Pommes. Auch die Burger können sich sehen lassen; sowie der Laden selbst: Gespeist wird im schlichten Industrial-Ambiente – oder einfach zu Hause, denn einpacken ist möglich. Wartezeiten müssen nicht eingeplant werden, es geht immer schnell, egal wie voll es ist. (hpje)
Otto’s Burger, Bahrenfelder Straße 175, S 1 und S 3 bis Altona. Weitere Standorte: Grindelhof 33, Schanzenstraße 58, ottosburger.com

Lütt´n Grill
Die Pommes im Lütt’n Grill sind so zurückhaltend wie der Laden selbst: lang und dünn und klassisch, also ohne viel Drumrum. Wer puren Kartoffelgeschmack fast ohne Salz und sonstige Gewürze mag, ist hier genau richtig. Freunde von herzhaften Pommes eher nicht. Eine Portion der zart und in frischem Fett frittierten Pommes kostet 2,30 Euro, Ketchup oder Mayonnaise noch mal 30 Cent extra. Zum Essengehen eignet sich der Laden nicht: Sitzen kann man im Lütt’n Grill zwar schon, doch der Imbiss ist nicht darauf ausgelegt, dass mehr als fünf Kunden gleichzeitig sitzen wollen. Also Pommes einpacken lassen und mitnehmen oder draußen auf den Bierbänken essen. Berühmt ist Lütt’n Grill vor allem für das Brathähnchen – 24 Stunden badet es in einer Kräutermischung, eine Hälfte kostet 4,30 Euro. (hpsp)
Lütt’n Grill, Max-Brauer-Allee 277, Mo–Fr 12–23, Sa/So 13–22 Uhr, mit U 3, S 11, S 21 und S 31 bis Sternschanze/Messe

Oster 119
Laut, ungemütlich, altmodisch: Auf den ersten Blick spricht nicht viel für den Imbiss „Oster 119“ im Karstadt-Bunker an der Osterstraße. Zumal der Untertitel „Die Wurst von Eimsbüttel“ nicht gerade die Güte der dort gehandelten Pommes frites bewirbt. Die sind aber super, und zwar immer. Extrabreit, extralecker, extrafluffig (innen). Und mit 1,70 Euro (klein) bis 2,20 Euro (groß) in jeder Tütengröße erschwinglich. Wer dabei nicht nur Wert auf formidabel frittierte Kartoffelbrocken legt, sondern auch auf eine ansprechende Soßengarnitur, kann zwischen Mayonnaise, Tomate, Curry, scharfem Curry und Spezialsoße mit Röstzwiebeln wählen – für je 35 Cent extra. Das Personal besticht zwar selten mit ansteckend guter Laune, aber solange das Endprodukt schmeckt, darf auch schnell (im Sinn von zackzack) und schmutzig (im Sinn von ungesund) serviert werden. (nib)
Oster 119, Osterstraße 119, Mo–Sa 9.30–20 Uhr, U 2 bis Osterstraße

Hollywood Canteen
Das Ambiente der Hollywood Canteen erinnert an die USA der 50er-Jahre, die Speisekarte führt US-Schauspieler auf, und man muss bei den „Side Orders“ schon genau hinschauen, um die „Sweet Potatoe Fries“ zu entdecken. 3,99 Euro kostet eine Mahlzeit „Süßkartoffel Pommes frites“ und das Wichtigste vorweg: Für den kleinen Hunger zwischendurch ist die Portion perfekt geeignet. Nicht zu groß, nicht zu klein, vor allem aber nicht zu fettig, wie man es anderorts oft hat. Ungewöhnlich ist im ersten Moment der süße Geschmack. Doch schon beim zweiten Bissen freut der Gaumen sich über die Abwechslung. Angeboten werden die „Sweet Potatoe Fries“ ohne Zusatz, aber Ketchup steht auf dem Tisch. Wer mag, bekommt für 59 Cent Barbecue-Sauce. Die ist allerdings verzichtbar. Zubereitet werden die Süßkartoffel-Pommes frisch, sodass sie schön knackig sind. (os)
Hollywood Canteen, Gärtnerstraße 94, Mo– Do 12–23 Uhr, Fr–So 13–24 Uhr, Bus 20 + 25

Peter Pane
Pommes heißen in den trendigen Burger-Restaurants Peter Pane schlicht Fritten und sind besonders lecker: Dick geschnitten erinnern sie mit ihrem schmelzigen Innenleben eher an Wedges und schmecken nicht nur nach Fett und Salz, sondern vor allem nach dem, woraus sie bestehen: Kartoffeln. Dazu gibt es leckere Soßen nach Wahl, zum Beispiel Orangen-Curry. Hoher Suchtfaktor! Auch wenn man sich vorgenommen hat, nur einen Salat zu essen, erliegt man meist der Versuchung. Schon weil die knusprigen Stangen, goldbraun gebacken, auch optisch viel hermachen. Ein Pfund Fritten kostet 5,80 Euro, eine Portion zum Burger 3,60 Euro. Auch Süßkartoffelfritten gibt es – 5,80 Euro das halbe Pfund. (inga)
Peter Pane, fünfmal in Hamburg. Blankenese: Witts Allee 1a. Eimsbüttel: Schäferkampsallee 1, Hoheluft: Hoheluftchaussee 99–101, St. Georg: Lange Reihe 107, Winterhude: Goldbekplatz 1. Reservierung empfohlen. www.peterpane.de

Edelcurry
Die angeblich beste Currywurst Deutschlands und die angeblich besten Pommes frites der Stadt werden an den Großen Bleichen serviert. Fest steht: So wie im Edelcurry müssen gute Pommes sein – dick, knusprig und innen ganz weich. Der Imbiss bietet laut Eigenwerbung „ausschließlich originale Vlaamse frites – belgische Pommes frites“ an. Sie werden aus frischen Kartoffeln hergestellt, und das schmeckt man auch. Für 2,80 Euro gibt es eine ordentliche Portion doppelt frittierter Pommes, auf Wunsch auch zum Mitnehmen in der Faltbox. Bei den Saucen (ab 60 Cent) ist die Auswahl ungewöhnlich groß: Es gibt drei Curry-Varianten (klassisch, fruchtig oder pikant), die auch ohne Wurst zu puren Pommes lecker schmecken, sowie Ketchup, Mayonnaise, Frites-Sauce (Ketchup, Zwiebeln), Aioli, Honey Mustard, Saté-Erdnuss Oriental (scharf) und Trüffelcreme. (nr)
Edelcurry, Große Bleichen 68, Mo–Sa 11–22 Uhr, So 12–20 Uhr. Bus 3, 35