Eimsbüttel

Im Dos Amigos ist man zu Gast bei Freunden

Die Betreiber Andrea Röhrig und Frank Josten.

Die Betreiber Andrea Röhrig und Frank Josten.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Das Restaurant bietet von mild bis feurig die ganze Bandbreite der mexikanischen Küche. Auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten.

Eimsbüttel. Was fällt Ihnen ein zu Mexiko? Der gleichnamige Schlager der Les Humphries Singers von 1972. Die Fußball-WM 1986, bei der die deutsche Nationalmannschaft zusammen mit Peter Alexander „Mexico Mi Amor“ trällerte und im Finale gegen Argentinien verlor. Rex Gildos „Fiesta Mexicana“ und „Hossa!“. Caramba Caracho, Sombrero, Tequila, ole! Damit sind dann alle Klischees bedient. Das Dos Amigos in Eimsbüttel reitet durchaus auf dieser Welle. Aber irgendwie sympathisch und vor allem seit mehr als 20 Jahren erfolgreich.

An einer Straßenecke mitten im Stadtteil befindet sich das Restaurant. Gut 40 Plätze auf der lauschigen Terrasse bei schönem Wetter, ebenso viele innen. Die runden und eckigen Holztische sind eingedeckt mit Sets, Besteck und Servietten, außerdem stehen scharfe Saucen bereit. Die Salzstreuer sind kleine Totenköpfe. Auf der Fensterbank steht ein Azteken-Krieger aus Mexiko. Hinter dem Holztresen finden sich verschiedene Flaschen mit mexikanischem Craft Beer und natürlich Tequila. An den ockergelben Wänden hängen Sombreros und mexikanische Flaggen. Ebenso Deko sind die Ventilatoren unter der Decke.

Seit 21 Jahren ist er der Chef

Seit 21 Jahren ist Frank Josten der Chef im Dos Amigos. „Ich bin 1998 aus Stuttgart nach Hamburg gekommen und habe nebenan gewohnt“, erzählt der gelernte Kaufmann. „Das Lokal war schnell mein zweites Wohnzimmer.“ Ein Jahr später fing Josten dort nebenbei als Kellner an. Und als ihm der Besitzer 2007 den Betrieb zum Kauf anbot, griff der heute 53-Jährige zu. Der Name Dos Amigos blieb, das gleichnamige Lokal am Großneumarkt wurde anderweitig verkauft.

„Das Lokal ist unser Baby“, sagt der Chef und bezieht seine Lebensgefährtin Andrea Röhrig mit ein. Die gelernte Buchhalterin kam 2010 dazu. „Ich bin eigentlich im Hintergrund, kümmere mich um die Zahlen und die Lieferanten“, sagt die heute 50-Jährige. Aber natürlich steht sie auch hinter der Bar, während ihr Partner den Service schmeißt und mit den Gästen plaudert. Zur Mannschaft gehören etwa zehn Mitarbeiter.

Sie haben noch normale Büro-Jobs

Beide Betreiber haben noch normale Büro-Jobs und sind deshalb auch nur an fünf von sieben Abenden im Restaurant. „Wir haben überwiegend Stammgäste“, sagt Josten. „Und viele gucken erstmal, ob wir auch da sind. Dann entscheiden sie, ob sie uns an dem Tag besuchen wollen.“

Ein Herr kommt zum Beispiel jedes Jahr am 1. März ins Lokal. „Das ist sein Geburtstag“, so Josten. „Er lädt niemanden ein, aber seine Freunde wissen das mittlerweile und kommen so vorbei. Dann haben sie alle zusammen einen schönen Abend.“ Das wünschen sich die Betreiber für alle ihre Gäste, „die Leute sollen sich wohl fühlen.“ Mexikaner waren übrigens auch schon zu Gast, aber auch Spanier oder Südamerikaner kommen gern vorbei.

Die Tacos sind eín Renner

Und das liegt vor allem am Essen. Vegetarisch oder mit Fleisch, sanft gewürzt oder feurig scharf, die Karte bietet viele Gerichte, die frisch zubereitet und in großen Portionen serviert werden. Als Vorspeise zum Knabbern nehmen viele die Nachos. Serviert werden die Tortilla Chips mit verschiedenen Dips oder Salsa, alles in der Küche selbst gemacht, oder auch mit Käse überbacken.

Ein Renner sind neben dem Chili con Carne die Tacos. Bestellt werden können drei, vier oder alle sechs Varianten. Die knusprig gebackenen Weizentortillas werden mit verschiedenen Füllungen serviert, zum Beispiel mit Hähnchen, Rind- oder Schweinefleisch sowie Garnelen und auch vegetarisch. Unverzichtbar dazu ist frisch zubereitetes Gemüse oder Salat mit Mais, Tomaten, Bohnen und Zwiebeln. Alles knackig, gut gewürzt und sehr schmackhaft.

Die meisten Weine kommen aus Mexiko

Ein anderer Bestseller sind die Sizzler. In der zischend heißen gusseisernen Pfanne werden Gemüse, Rind, Hähnchen oder Garnelen serviert. Dazu gibt es einen Beilagenteller mit Crema Fresca, unserer Creme fraiche vergleichbar, Salat, der Avocado-Creme Guacamole, geriebenem Käse, warme Weizentortillas sowie selbstgemachte Salsa aus Tomaten, Koriander und Zwiebeln sowie Jalapenos für die Schärfe. „Dann rollt man sich selbst Tortillas zusammen oder man isst alles einzeln“, sagt Frank Josten. Er isst gerne die Pfannengerichte, seine Partnerin am liebsten Tacos. Für beide ist die Frische der Zutaten absolut wichtig. „Deshalb besorgen wir auch 80 Prozent der Zutaten selbst“, sagt Andrea Röhrig.

Die meisten Weine und Biere kommen aus Mexiko, ebenso natürlich der Tequila. Aber da setzen die Wirtsleute auch gern selbst Schnaps an, zum Beispiel mit Auszügen von Vanille, Kaffee, Zimt oder Chili. „So etwas haben nur wir“, weiß Andrea Röhrig.

Das Paar war schon zweimal in Mexiko, um Deko-Artikel zu besorgen, selbst Land und Leute sowie vor allem das Essen kennen zu lernen. „Unser Traum ist ein mexikanischer Koch für das Restaurant“, sagt der Chef. Vorerst muss er sich in seiner Crew mit zwei Spaniern begnügen. Aber auch sonst lebt das Dos Amigos gut mit den liebevollen Klischees. Hossa!