Gastronomie

Wo man in Hamburg lecker essen kann – ganz ohne Fleisch

| Lesedauer: 11 Minuten
Ein feuriger Kürbis-Bohnen-Eintopf schmeckt auch ohne Fleisch.

Ein feuriger Kürbis-Bohnen-Eintopf schmeckt auch ohne Fleisch.

Foto: Karl Allgäuer / picture alliance / Zoonar

Vom Gemüse-Menü bis zum alternativen Döner: Das sind die beliebtesten vegetarischen und veganen Restaurants in Hamburg.

Hamburg. Veganes und vegetarisches Essen? Das ist schon lange kein Nischenthema mehr. Weil sie die Tiere und das Klima schützen wollen, aber sich selbst auch gesünder ernähren möchten, verzichten immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger auf Fleisch und andere tierische Produkte.

Doch anders als zu Hause, wo man die Zutaten selbst in der Hand hat, bieten Restaurants nur teilweise schmackhafte Optionen und kreative Rezepte an. Wir haben uns deshalb auf dem Abendblatt-Instagram-Account und in der Redaktion umgehört und nachgefragt, welche veganen und vegetarischen Angebote in der Stadt zurzeit besonders überzeugen. Hier das Ergebnis:


Vegan Eagle

Saisonale vegane Küche auf hohem Niveau, dafür steht das Vegan Eagle in Langenhorn, das längst über Hamburgs Norden hinaus viele Stammgäste gefunden hat. Auf der aktuellen Karte finden sich Köstlichkeiten wie „Eine Schüssel Herbst“ (Wirsing-Austernpilzragout mit marinierten Kürbisspalten, Röstkartoffeln und Preiselbeersalat für 14,30 Euro) oder ein wunderbar wärmendes Mango-Kichererbsen-Curry (14,40 Euro). Unwiderstehlich als Nachtisch: die Maronen-Mohn-Crème-Brûlée (6,40 Euro). Zu Weihnachten und „zwischen den Jahren“ gibt es spezielle Menüs, im Sommer lockt ein Biergarten. Eine Reservierung ist grundsätzlich notwendig.

Wischhöfen 4 (U Langenhorn Markt), Tel. 28 47 87 67, www.theveganeagle.com

Vistro

Eine kleine, rein vegane Pizzeria in Bramfeld, die zugleich auch ein gemütliches Café ist – das ist das Vistro. Es gibt hier außer Pizza auch Salat und Pasta sowie Sandwiches und Kuchen. Das gemütliche Interieur ist geprägt von Holz­möbeln und einem Dielenboden. Pasta (ab 6,50 Euro) und Pizza (ab 8 Euro) tragen Namen wie Antje, Scharfer Zahn, Mafiosi, Dreikäsehoch oder Schranke und werden mit Mandelsan, Cashew-Mozzi und Yease gemacht.

Bramfelder Chaussee 265 (im Brakula), Tel. 642 170 30, www.vistro-hamburg.de

An Vegan House

Das vegane vietnamesische Restaurant will seinen Gästen den Weg zu einem gesunden und zufriedenen Dasein weisen. Es gibt asiatische Tapas ohne Fleisch, vor allem aber eine große Auswahl gesunder Bowls, zum Beispiel die „Regeneration Bowl“ (10,90 Euro) mit Udon-Nudeln, Tofu, Sojabohnen, Gemüse der Saison, Röstzwiebeln und crispy Rice Flakes, dazu eine Sojasauce und gerösteter Sesam. Wer „Bruce Le“ (4,50 Euro) bestellt, bekommt karamellisierte Birnen in einer Sojasauce mit zarten Sojamedaillons und Röstzwiebeln.

Mühlenkamp 19, Tel. 27 88 36 88, facebook.com/anveganhouse

Ta Vegan House

Rundrum im Portugiesenviertel wird reichlich Fisch und Fleisch verzehrt, hier jedoch nicht: Das TA Vegan House in der Neustadt ist, wie der Name verrät, rein vegan unterwegs, und das mit vietnamesischen Rezepten. Ein modernes Ambiente begrüßt den Gast, der keineswegs überzeugter Veganer sein muss, um hier lecker fleischfrei zu speisen. Was Küchenchef Ta Tien Hop zaubert, das schmeckt wirklich jedem Asien-Fan!

Reimarusstr. 13, www.taveganhouse.com

Happenappen

Der Name klingt irgendwie putzig, und auch ein wenig nach ziemlich satt. Mit viel Liebe und Leidenschaft verfolgt die Inhaberin Cathy Bernhardt ihr veganes Konzept. Ob herzhafte Mittagskost, Kuchen am Nachmittag, das abendliche Burger-Programm oder das Ganztagesfrühstück am Wochenende: Alles verspricht Spannung und Vielfalt bei den Produkten und Kompositionen. Und das, ohne Gäste missionieren zu wollen. Der Geschmack soll am Ende überzeugen.

Feldstraße 36, www.happenpappen.de

La Monella

Italienische Küche ganz ohne Salsiccia oder Serrano-Schinken bietet seit 2009 dieses Restaurant in Rotherbaum. Zu den Spezialitäten der kleinen Frechdachse (so die Übersetzung des Namens) gehören Cannelloni mit Ricotta und Spinat oder Pfifferling-Risotto. Wer einmal in dem gemütlichen Souterrain-Restaurant mit dem geschmackvollen Design gegessen hat, verinnerlicht es für die Zukunft: Vegetarische Spezialitäten aus Bella Italia schmecken (mindestens) genauso gut wie Fleischiges. Und wer wissen möchte, wodurch sich „Weiße Pizza“ von klassischer unterscheidet, der muss einfach mal hingehen und beide testen. Im Frühsommer haben sich die Gründer Katia Veronio und Carmelo Callea zurückgezogen, das neue Team möchte aber möglichst wenig am Konzept ändern.

Hallerplatz 12, Tel. 45 61 62, www.la-monella.de

Bistro Ivy/ Lily Of The Valley

Vegetarische und vegane Speisen, die „einfach Spaß machen“ sollen – ob in der Mittagspause oder als Frühstück am Wochenende. Das versprechen diese beiden Bistro-Geschwister in der Innenstadt bzw. in Altona. Auf der Speisekarte stehen in beiden Lokalen zum Beispiel eine „Italian Bolo“ mit Soja-Bolognese für 9,50 Euro und die Seitan-Würstchen mit Rotkohl und Kartoffelstampf für 10,50 Euro.

Ivy: Hopfensack 8, www.ivy-hamburg.de; Lily: Bahrenfelder Str. 212, www.lily-hamburg.de

Tassajara

Vegan und vegetarisch zu essen sollte hier niemand als neuen Trend bezeichnen, schließlich blickt das Tassajara schon auf fast ein halbes Jahrhundert entsprechender gastronomischer Historie zurück. Hier werden ayurvedische und mediterrane Küche zu einer Gaumen- und Seelenmassage, bei der sich manch Kritiker schon im „Schlaraffenland“ wähnte. Das Credo lautet: „Gut ist, was gut schmeckt. Beides einzuhalten, darauf legen wir allergrößten Wert – vom Einkauf bis zum Anrichten.“ Und was steht auf der Karte? Zum Beispiel eine „Feuerpfanne“ (14,90 Euro, vegetarisch oder auf Wunsch auch vegan) mit Seitan, Brechbohnen, Paprika, Champignons und Vollkornnudeln. Dazu gibt es Maischips und Avocadocreme.

Eppendorfer Landstraße 4, Tel. 48 38 01, www.tassajara.de

Vegan Cafe Nao

Bei uns bekommst du Köstlichkeiten mit Herz“, versprechen die Macher dieses Cafés, dessen Name aus dem Afghanischen kommt und „Wandel“ bedeutet. Auf der Karte finden sich zum Beispiel gebackene Kartoffel mit Ratatouille-Gemüse und Trüffel-Aioli (11,90 Euro), Penne rigate mit Shiitake-Pilzen, Cherry­­tomaten und Lauchzwiebel (10,90 Euro), Erdnusscurry mit Saisongemüse, gerösteten Erdnüssen, Basmati-Reis und geröstetem Knoblauch (9,80 Euro) sowie eine Lasagne mit Tofu-Hack, Cashew-Parmesan und Gemüse (9,80 Euro), aber auch ein Nuss-Linsen-Braten mit Kartoffelgratin (14,90 Euro) und manches mehr. Auch lecker: afghanische Teigtaschen gefüllt mit Kartoffeln, Lauch, Koriander und Garam-Masala an Minz-Joghurt-Dip (7,90 Euro).

Julius-Vosseler-Straße 195, Tel. 52 01 41 14, www.nao-vegan.de

Citta Veganhouse

Dem Wabi-Sabi-Konzept aus Japan folgend, bieten die vier Betreiber des Citta in Eimsbüttel Essen mit Seele an. Man wolle Gerichte von Herzen zu den Gästen bringen und diesen helfen, sich zu verbinden. Nun denn: Wer einfach nur essen will, ist hier sicher auch willkommen. Auf der Karte finden sich kleine Häppchen wie „Hygge“ (Frühlingsrollen mit Mungbohnen, Pilzen und Gemüse, serviert mit Chili-Knoblauchsoße) für 4,50 Euro und große Bowls wie „Wanderlust“ (Vollkornreis mit Lotussamen, Spargel, Austernpilzen, Mango, Rotkohl und Mungosprossen) für 11,90 Euro. Auch Desserts sind im Angebot. Dass alles vegan ist, verrät schon der Name. Ansprechend ist auch die Einrichtung.

Osterstraße 98, Tel. 25 30 44 62, www.citta-veganhouse.de

Was wir wirklich lieben

Nachwuchs bekommen hat die „Was wir wirklich lieben“-Familie. Seit Oktober ist in St. Georg das „Feinkost Lange Reihe“ als Laden und Bistro mit 26 Sitzplätzen eröffnet. Gastronom Hannes Schröder möchte hier seinen Gästen das bieten, was er auch selber wirklich liebt: gesundes Essen aus regionalem Anbau, das auch noch richtig lecker ist. Er setzt hier ausschließlich auf vegane und vegetarische Gerichte, „landfrisch und mit viel Liebe hausgemacht“. Ein Schröder-Klassiker ist das „Gemüsebeet“ mit einer Auswahl veganer und vegetarischer Salate. Dazu kommen hier nun auch warme Gerichte wie Quiches, Bowls und Suppen als Tagesgericht sowie Kuchen.

Lange Reihe 60, Tel. 64 22 66 09 www.waswirwirklichlieben.de

Püük-fein

Birnen, Bohnen und kein (!) Speck kommt bei Valeska Kirsch mal auf die Wochenkarte (6,50 bis 7,50 Euro), oder ein veganes Chili sin Carne, eine Rosenkohlpfanne mit Kräutermayo oder Reibekuchen mit Kürbis-Apfel-Chutney. Im Café im Barmbeker Bürgerhaus sitzt man auf bunt zusammengewürfeltem Mobiliar und genießt Essen, für das kein Tier sein Leben lassen musste. Auch lecker: die frischen Pancakes und Waffeln.

Lorichstraße 28a, Tel. 0162/340 43 98, www.puukfein.de

Apple & Eve

„Noch nie so gute vegane Burger gegessen, wir kommen garantiert wieder!“ Solche oder ähnliche Kommentare liest man häufiger über das Apple & Eve im Schanzenviertel. Nach dem Motto „Vegan & Natural“ werden neben den hausgemachten Burgern auch Seitanschnitzel, Tagesgerichte, Desserts und leckere Dips angeboten. Die Macher arbeiten aus voller Überzeugung, tierische und synthetische Lebensmittel oder Zusatzstoffe kommen hier nicht in die Tüte. Die ist übrigens essbar und aus Maisstärke. Der Laden selbst ist ziemlich klein.

Schanzenstraße 107, Tel. 41 35 25 78, www.appleeve.de

Innerluck

Nichts für zufällige Laufkundschaft ist das Innerluck in Stellingen. Das Restaurant im Sportwerk Hamburg, einer großen Squashanlage mit 15 Plätzen, bietet seit 2018 ausschließlich vegane Speisen an. Vom ziemlich großen Burger über eine herzhafte Kürbissuppe bis zur bunten Bowl reicht das Angebot, auch Sandwiches und Kuchen bekommt man hier. Gäste loben große Portionen und die nette Bedienung. Anfang des Jahres wurde renoviert, seitdem ist es gemütlicher.

Hagenbeckstraße 124 a, Tel. 52 38 93 77, www.innerluck.de

None Meat

Seit Ende Oktober ist das None Meat an der Hoheluftchaussee als erstes Hamburger Restaurant für vegane Döner, Wraps und türkische Pizza geöffnet. Die Brüder Taycan und Anil Kilic stoßen nach ihrem Erfolg in Lübeck nun in Hamburg in eine Marktlücke. Neben einem Fleischersatz auf Soja-Basis bieten die Kilic-Brüder als besonderes Highlight die in Sri Lanka stark verbreitete Jackfrucht an, die so zubereitet und gezupft wird, dass sie im „Vöner“ (veganer Döner) von der Konsistenz her, aber auch geschmacklich an Pulled Pork erinnert. Zur Führungscrew gehört auch ­Madelene Husfeldt, im Hintergrund wirkt als „Ambassador“ ihr Lebensgefährte, der frühere Fußballprofi Ivan Klasnic (FC St. Pauli, Werder Bremen).

Hoheluftchaussee 83, instagram.com/nonemeat

Katzentempel

Am Wochenende in Katerstimmung? Lieber den ganzen Tag schmusen? Dazu schlemmen? Dann ist der Katzentempel in der Schanze die richtige Adresse. „Kuschelkater Rebell“ und „Kampfschmuser Liffey“ warten auf ihre Streicheleinheiten – und holen sie sich auch ab. Die meiste Zeit faulenzen sie aber mit den anderen vier Katzen, jede in ihrem Körbchen, manchmal auch mitten im Gang oder auf den Regalen. Dazu gibt es Burger, Bowls und Sandwiches. Auch Kuchen und Pfannkuchen stehen auf der Karte. Natürlich alles vegan. Absoluter Geheimtipp: der Tempelkakao mit Sahne. Wer lange Wartezeiten vermeiden möchte, sollte vorher reservieren.

Kleiner Schäferkamp 24, www.katzentempel.de

( gjs, hot, schmoo, HA, C.H., lak )

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