Rezept

Genussexperte Gerd Rindchen kocht Kürbis

Kürbiscremesuppe mit weihnachtlicher Deko Kürbis Hokkaido Suppe 

Kürbiscremesuppe mit weihnachtlicher Deko Kürbis Hokkaido Suppe 

Foto: Getty Images/iStockphoto

In den 90er-Jahren war der Kürbis in Gourmetkreisen allgemein verfemt, jetzt ist er in aller Munde. Leckere Kürbis-Rezepte.

Das Gemüse, das in den letzten 20 Jahren den wohl atemberaubendsten Sprung im Beliebtheitsranking gemacht hat, ist zweifelsfrei der Kürbis. Er ist in aller Munde, und selbst die Restaurants (wenn sie denn offen haben) verlassen sich in Herbst und Winter inzwischen oftmals auf Kürbissüppchen und Co.

Dabei war der Kürbis noch in den 90er-Jahren in Gourmetkreisen allgemein verfemt. Und Max Goldt schrieb in seinem brillanten, lesenswerten Essay „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“ (titelgebend für eines meiner zeitlosen, absolut großartigen Lieblingsbücher), der Kürbis sei nach der Quitte das zweitunbeliebteste Obst/Gemüse Deutschlands und verströme den „Geruch ungelüfteter Umkleidekabinen“.

Hokkaido-Kürbis am Beliebtesten

Ich war auch nie stellvertretender Kassenwart im Kürbisfanclub, habe mich aber mit den Jahren mit dessen steigender Prominenz arrangiert und bereite als alter Opportunist mittlerweile auch mal das eine oder andere Schmackhafte daraus zu. Die Menschen fragen halt danach. Der wohl beliebteste Kürbis in Deutschland und auch mein absoluter Favorit ist der leuchtend orangefarbene Hokkaido-Kürbis. Nicht zu Unrecht: Sein ganz großer Vorteil ist, neben dem zugegebenermaßen sehr angenehmen Geschmack, dass man ihn nicht schälen muss – einfach halbieren, die Kerne und das Weiche in der Mitte rausschaben, und schon geht’s los mit der Zubereiterei. Außerdem hält er sich gut – wenn Sie einen Teil davon verarbeitet haben, können Sie den Rest im Kühlschrank lagern und noch gut und gern ein bis zwei Wochen lang weiterverwenden.

Eine tolle Beilage zu allem und jedem ist zum Beispiel Kürbis-Kartoffel-Ofengemüse: Dafür schälen Sie ca. 400 g Kartoffeln und schneiden sie mit der gleichen Menge Kürbis in ca. 1,5 cm große Würfel. Nun heizen Sie den Ofen bei Umluft auf 230 Grad vor. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech würzen Sie die Würfel mit gehacktem, frischem Rosmarin, gerebeltem Thymian (andere Kräuter nach Gusto), Meersalzflocken und schwarzem Pfeffer aus der Mühle. Jetzt empfiehlt es sich, dass Sie das Ganze in ca. 5 EL Olivenöl marinieren, sodass alles gleichmäßig von einem feinen Ölfilm bedeckt ist – sonst wird’s schwarz!

Danach garen Sie es im vorgeheizten Ofen ca. 40-50 Minuten – fertig! Für eine etwas exotischere Variante nehmen Sie statt der Kräuter ein gerüttelt Maß Currypulver und Chilipulver und vermengen das gleichmäßig mit Kartoffeln, Kürbis und Öl.

Schick ist auch Hokkaidokürbis mediterran aus der Pfanne

Schick ist auch Hokkaidokürbis mediterran aus der Pfanne. Für vier Personen benötigen Sie ca. 600 g Kürbis (das ist ungefähr ein halber), 300 g reife, aromatische Tomaten, 150 g Baby-Blattspinat, zwei mittelgroße Zwiebeln, 6-8 Knoblauchzehen, 20 g geschälten Ingwer, Olivenöl, Weißwein, Meersalzflocken und Piment d’Espelette. Letzteres, die feinwürzige Königin unter den Edelpaprikapulvern, verwende ich sehr häufig – und so wurde ich schon ein paarmal von Leserinnen und Lesern gefragt, wo man das bekommt: Im guten Gewürzhandel (z. B. bei 1001 Gewürze Hamburg), im Internet bei vielen Bezugsquellen und im guten Feinkosthandel. Wenn Sie keins dahaben: Alternativ, wenngleich nicht ganz so elegant im Geschmacksbild, funktioniert auch Rosenpaprika extra scharf aus dem Supermarkt Ihres Vertrauens.

Zurück zum Kürbis: In einer großen, tunlichst beschichteten Pfanne mit dickem Boden schwitzen Sie die fein geschnittenen Zwiebeln, den gehackten Knoblauch und den fein geschnittenen Ingwer in ca. 5 EL gutem Olivenöl an und löschen das Ganze mit einem Schuss Weißwein ab. Wenn der schön eingezogen ist geben Sie den in ca. 1,5 cm große Würfel geschnittenen Kürbis, Meersalzflocken und Piment d’Espelette hinzu und lassen alles eine ganze Weile mitschmoren, bis der Kürbis nicht mehr hart, aber noch gut bissfest ist. Jetzt heben Sie die ganz fein gewürfelten, von den Strünken in der Mitte befreiten Tomaten und den gewaschenen und abgetropften Babyspinat dazu.

Und was trinkt man zu Kürbissuppe

Das Ganze lassen Sie noch eine Weile ziehen, damit sich die Aromen vermählen, und servieren es dann zur Freude aller, ebenfalls als schöne Beilage zu allem und jedem vom Lachs bis zum Schweinebauch – oder, ganz vegetarisch, als Hauptdarsteller mit einem leckeren Salat. Dann machen Sie einfach etwas mehr, damit alle satt werden.

Und was trinkt man zu Kürbissuppe, Gemüse oder Salat? Ganz eindeutig passen hier charmante weiße Burgunderweine – aber natürlich auch die grünen Veltliner von Maurer oder Weszely oder helle, feine leichte Rotweine wie der Kalterersee von Kurtatsch.