Lucullus

Licht aus: Stammgäste in Sorge um berühmten Kiez-Grill

Der markante Kiez-Grill Lucullus gibt seit Jahresbeginn ein eher tristes Bild ab.

Der markante Kiez-Grill Lucullus gibt seit Jahresbeginn ein eher tristes Bild ab.

Foto: HA

Die markante Imbissbude im Schatten der Davidwache strahlt nicht mehr. Die Schwester des Inhabers verrät, was dahintersteckt.

Hamburg. Bekannt ist er für die Currywurst mitten auf St. Pauli. Jeder, der schon auf dem Kiez feiern war, kennt ihn vermutlich: den Kult-Imbiss Lucullus direkt an der Davidwache. Normalerweise schmückt ihn buntes Neonlicht. Die blinkende Leuchtschrift im Design einer Jahrmarktbude auf dem Dach leuchtet Fußgängern, Fahrrad- und Autofahrern schon aus der Ferne entgegen.

Seit Anfang des Jahres sucht man jedoch vergeblich nach den Lichtern – die Front, inklusive Leuchtschrift, wurde abmontiert. Mitarbeiter berichten bereits von besorgten Gästen, die um ein mögliches Aus ihres Lieblingsimbiss' fürchteten. Was genau hinter der Maßnahme steckt, das wollten aber selbst die Männer vom Grill nicht preisgeben.

Lucullus leuchtet bald umweltfreundlicher

Stammkunden können jedoch aufatmen: Die Front mit Leuchtschrift und Lichtern werde "nur" renoviert. Laut Carolin Schultze, Schwester des Eigentümers Helmuth Schultze, war es an der Zeit: "Das waren ja alte Neon-Lichter und Glühbirnen. Ökonomisch war das nicht!" Die neue Leuchtschrift sehe zwar genauso aus wie die alte, werde aber mit LED-Leuchtmitteln bestückt. Die Renovierungsarbeiten erledige die Familie selbst, mit der Hilfe von Elektrikern.

Obwohl im Winter die fehlenden Lichter besonders auffielen, sei es laut Carolin Schultze die beste Jahreszeit, um zu renovieren: "Januar und Februar, das sind die schlechtesten Monate. Im Sommer kommen ja noch viel mehr Touristen." Denn die zählten neben St.-Paulianern zu den Hauptkunden an der Imbissbude.

Erfolgsrezept: Currywurst, Pommes und ein Klo

Seit den 90er-Jahren ist das Lucullus Anlaufstelle für hungrige Kiez-Bummler und Feierwütige. Bis sechs Uhr morgens servieren die Würstchendreher am Wochenende Currywurst (3,70 Euro) und Pommes (2,50 Euro). Zudem bietet das Lucullus eine öffentliche Toilette, die zu dem 60 Quadratmeter großen Rundbau zählt.

Carolin Schultze erinnert sich nur vage an die Anfänge des Lucullus: Vor etwa 20 Jahren habe Helmuth Schultze den Imbiss seines gleichnamigen Vaters übernommen und beschäftige seitdem auch die gleichen elf Mitarbeiter hinter dem Grill. "15 bis 20 Jahre arbeiten die alle schon mindestens hier", sagt die Schwester des Inhabers.

Wie viele Currywürste und Pommes täglich über die Theke gingen, das wollte Carolin Schultze nicht verraten; Das seien Betriebsinterna. Fest steht, dass das Lucullus in ungefähr vier Wochen wieder in altem Glanz strahlt – dann sogar ökonomisch und damit auch umweltfreundlicher.

Öffnungszeiten: täglich 13-5 Uhr, Fr/Sa bis 6 Uhr; ab Mitte März wieder täglich ab 11 Uhr