Konzert-Tipp

Giora Feidman mit „The Spirit Of Klezmer“ in der Laeiszhalle

Ein Klarinettist und ein Mann von Welt: Giora Feidman (82) wurde für seine Musik vielfach ausgezeichnet.

Ein Klarinettist und ein Mann von Welt: Giora Feidman (82) wurde für seine Musik vielfach ausgezeichnet.

Foto: dpa Picture-Alliance / Michael Kappeler / picture alliance / dpa

Ein weltbekanntes Trio kommt heute in die Laeiszhalle. Klarinettist Giora Feidman hat aber nicht nur seine ständigen Begleitmusiker Enrique Ugarte am Akkordeon und den Kontrabassisten Guido Jäger mitgebracht, sondern als Verstärkung auch noch auch den Perkussionisten und Weltmusikspezialisten Murat Coskun dabei. „The Spirit Of Klezmer“ lautet das Motto des Abends. Hinter dem Begriff Klezmer, der „Gefäß des Liedes“ bedeutet, versteht man die aus dem 15. Jahrhundert stammende Tradition nicht-liturgischer jüdischer Musik.

Feidman errang spätestens durch sein Mitwirken bei John Willams’ mit einem Oscar prämierten Filmmusik zu Steven Spielbergs Drama „Schindlers Liste“ Weltruhm. Geboren wurde der mittlerweile 82-Jährige in Buenos Aires, kein Wunder also, dass sich auch der argentinische Tango in seinem Repertoire wiederfindet.

Aber Feidman, der schon die vierte Generation von Klezmer-Musikern in seiner Familie verkörpert, hat sich ein breites musikalisches Spektrum erarbeitet. Der Mann, der 18 Jahre lang Mitglied des Israel Philharmonic Orchestra war, spielt ebenso Klassik, etwa Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur. Auch Jazz und folkloristische Elemente bringt er zum Klingen. Im vergangenen Jahr erst war er mit dem Rastrelli Cello Quartett und dem Programm „Feidman Plays Beatles!“ in Deutschland und der Schweiz unterwegs.

Feidman hat sich stets um die jüdisch-deutsche Aussöhnung bemüht. Bundespräsident Wolfgang Thierse zeichnete ihn dafür mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Der Musiker zeigt sich auch in politischer Hinsicht als weltläufiger Mann: Als er im Jahr 2005 in Görlitz den Internationalen Brückepreis verliehen bekam, sagte er: „Deutschland ist meine Heimat, überhaupt gar keine Frage. Ja, ja, ja. Ich bin Jude, aber wenn ich spiele, bin ich Musiker. Sie und ich, wir waren nicht beteiligt am Desaster der Vergangenheit. Warum sollen wir dafür büßen? Wir übernehmen die Verantwortung, wir arbeiten zusammen.“

Giora Feidman Trio Mi 12.12., 20 Uhr, Laeisz­halle, Großer Saal (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Platz, Karten ab 25,20 Euro