Messe-Tipp

Zeitgenössische Kunst kaufen in der Hamburg Messe

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Welches Kunstwerk darf’s denn sein? Ein Blick auf die große Affordable Art Fair in den

Welches Kunstwerk darf’s denn sein? Ein Blick auf die große Affordable Art Fair in den

Foto: Dennis Williamson / AAF/Dennis Williamson

Ehen haben es im verflixten siebten Jahr bekanntlich schwer. Ob das auch für Kunstmessen gilt, die ja mittlerweile inflationär rund um den Erdball veranstaltet werden? Die Affordable Art Fair, die auch in London, New York, Hongkong, Brüssel und nun zum siebten Mal in der Hamburg Messe (Halle A3) „zeitgenössische Kunst für alle“ und „die Stars von morgen“ verspricht, schickt sich an, das Gegenteil zu beweisen.

20.000 Besucher kamen im vergangenen Jahr, um Malerei, Grafik, Fotografie und Skulpturen zwischen 100 und 7500 Euro zu kaufen. Auf diesem Niveau bewegen sich die Veranstalter auch weiterhin. Mehr noch: Messedirektor Oliver Lähndorf möchte die Kunst aus der elitären Nische holen. „Kunstmessen und Museen sollten ein Begegnungsort für verschiedene Gruppen sein, damit nicht nur zehn Prozent der Bevölkerung Kulturinstitutionen regelmäßig besuchen.“

Einsteiger, Fortgeschrittene und Experten können bei der Messe für erschwingliche Kunst etwas Passendes, emotional Ansprechendes finden. Dafür sorgen 80 Galerien aus dem In- und Ausland. Aus Hamburg sind etwa Evelyn Drewes, Affenfaust, Holzhauer, Holthoff-Mokross und Gudberg Nerger dabei. Und außer etablierten Namen wie Klaus Fußmann und Stephan Balkenhol sowie waschechten Gerhard- Richter-Arbeiten sind auch Werke von vier jungen Kreativen aus Hamburg im Angebot. Der ehemalige Graffiti-Sprayer Darko Caramello arbeitet im Gängeviertel und lässt sich bei seinen Objekten, Gemälden und Installationen durch Urban- und Pop-Art inspirieren. In den Collagen und Bildern von Svenja Maas spielen Tiere die Hauptrolle (in früheren Arbeiten waren es Menschen); die gebürtige Bielefelderin hat auch ein Atelier im Historischen Kraftwerk Bille.

Annette Meincke-Nagy, seit 1993 in der Hansestadt, fertigt in ihrer Winterhuder Atelierwohnung Skulpturen, die wie aus einer anderen Welt wirken. Hergestellt aus einem Zellulose-Quarz-Leim-Gemisch, wachsen sie über Wochen Schicht für Schicht auf einem Drahtgerüst und werden anschließend bemalt. Arnaldo Gonzáles aus Caracas in Venezuela lebt erst seit Kurzem in Hamburg und hat außer für Video und Sound eine besondere Leidenschaft fürs Zeichnen. Diese zeigt er in seiner aktuellen Serie „Revelaciones“ (Enthüllungen). In „En mi mente“ (In meinem Kopf) skizziert Gonzáles in Mixed-Media-Collagen Stimmungen und Gefühle, „die einem so im Kopf herumkreisen“. Die Galerie Holzhauer präsentiert den Nachwuchskünstler auf der Affordable Art Fair.

Affordable Art Fair bis 18.11., Fr/Sa je 11 bis 20 Uhr, So 11 bis 18 Uhr, Hamburg Messe, Halle A3 (U Messehallen), Messeplatz 1, Tagesticket 16, ermäßigt 13 Euro