Festival-Tipp

Mal gruselig, mal animiert – das Comicfestival

Eine Illustration aus „Crawl Space“. Der Stil von Jesse Jacobs ist durch psychedelische Motive geprägt

Eine Illustration aus „Crawl Space“. Der Stil von Jesse Jacobs ist durch psychedelische Motive geprägt

Foto: Jesse Jacobs CrrawlSpace Face/Comicfestival Hamburg

Egal ob schlankes Comicheftchen oder wuchtige Graphic Novel, ob internationale oder lokale Zeichner, ob alte Szene-Hasen oder Neulinge: Das Comicfestival hält für fast jeden Geschmack etwas bereit. Seit zwölf Jahren werden bei dem Hamburger Festival insbesondere Nachwuchskünstler und ihre Bildergeschichten gefördert.

Am gesamten Wochenende hat die Comicmesse im Kölibri von 12 bis 18 Uhr geöffnet, auf der die Verlage und Künstler ihre Comics, Graphic Novels und Drucke anbieten. Einige der Künstler sind außerdem vor Ort, um ihre Werke zu signieren (Kölibri, Hein-Köllisch-Platz 12, S Reeperbahn).

Im Seminarraum der Fabrique im Gängeviertel ist Aminder Dhaliwal aus Los Angeles am Sonnabend von 20 Uhr an bei einer Podiumsdiskussion mit Lesung zu erleben. Im Mittelpunkt des Abends wird ihre Graphic Novel „Woman World“ stehen, in der es um eine Welt geht, in der es keine Männer mehr gibt, in der die Genderdiskussionen aber dennoch nicht aufhören (Fa­brique, Valentinskamp 28a, U Gänsemarkt).

Der kanadische Künstler Jesse Jacobs, Autor von Graphic Novels wie „Crawl Space“, kommt an beiden Tagen in die Gudberg Nerger Galerie in der Poolstraße (U Messehallen). In der multimedialen Schau „Astral Island“ kann man von ihm gestaltete Designs als Retro-Videospiel betrachten – und spielen. Er zeigt auch Siebdrucke und Originalzeichnungen sowie sein neues Comicbuch „Crawl Space“. Darin geht es um Kinder, die sich im Keller eine eigene Welt mit seltsamen Lebewesen geschaffen haben.

Im Programm „Alphabet des Ankommens“ werden Comic-Reportagen zum Thema Flucht gezeigt. In der Gruselcomic-Reihe präsentiert der Hamburger Carlsen-Verlag furchterregende Arbeiten von Isabel Kreitz, Nicolas Mahler und Lukas Jüliger.

Zudem gibt es Lesungen wie am Sonnabend von der Comicgruppe des Gemeinwesenvereins St. Pauli und die Buchvorstellung von „Jarmil“ des Illustrators Marek Rubec um 14 Uhr im Buttclub (St. Pauli Hafenstraße 126, U St. Pauli). Er erzählt darin ohne Worte lustige Geschichten vom Affenmann Jarmil, der in einer gruseligen Stadt in Mitteleuropa lebt.

Im B-Movie in der Brigittenstraße werden in Kooperation mit dem Festival Animationsfilme zum Thema „Bewegtes Leben“ gezeigt. Darunter am Sonnabend (20 Uhr) „Mein Nachbar Totoro“ aus dem Jahr 1988 (B-Movie, Brigittenstraße 5, U Feldstraße).

Am Abend steigt im Hafenklang die Festivalparty, eine Möglichkeit, den Abend mit vielen Künstlern zu verbringen. Zum Eintrittspreis von fünf Euro gibt es jede Menge Indie, Punk und Wave, um die Nacht durchzutanzen (Hafenklang, Große Elbstraße 84, Bus 111; Einlass ab 22 Uhr).

Comicfestival 2018 Do 4.10.-So 7.10., Zeiten und Orte variieren; comicfestivalhamburg.de

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