Konzert

ABBA, aber anders

Carolin Fortenbacher singt im Schmidt Theater die neu arrangierten Songs des schwedischen Quartetts

Konzert. Carolin Fortenbacher hasst es, in Schubladen gesteckt zu werden. Sie liebt die Abwechslung. Und nun macht sie es doch. Noch einmal: ABBA. Sie tritt im Schmidt Theater bei einem Tributabend an und behauptet: ABBA macht glücklich.

Dazu muss man wissen, dass die Hamburgerin von 2002 bis 2007 rund 1200-mal im Musical „Mamma Mia!“ in der Rolle der Donna auf der Bühne des Operettenhauses stand. Längst hat sie andere musikalische und Theaterprojekte auf die Beine gestellt. Zurzeit tourt sie mit „Fortenbachers Intimate Night“ und lässt sich nur von Cello, Bass und Gitarre begleiten. Vor Kurzem holte sie einen ABBA-Titel ins Programm. „Ich hatte es vorher nie wieder gesungen. Es gab einen Riesenapplaus. Da habe ich gesagt: Wir können es ja mal einen Abend in dieser Besetzung machen.“ Sie entwickelte ein Konzept und steckt jetzt in einem Dilemma. „Die Leute sind glücklich darüber. Dass gibt man natürlich nicht von einer Sekunde auf die andere auf“, erklärt sie.

Nachdem ABBA mit „Waterloo“ den Eurovision Song Contest gewonnen hatte, sang Fortenbacher mit ihrer Schulfreundin Nicki den Titel nach – mit Haarbürsten als Mikrofonersatz. Bis heute schätzt sie ABBA-Titel wie die Trennungsballade „When All Is Said And Done“ und „Slipping Through My Fingers“. „Ich liebe diese Melancholie“, räumt sie ein. Gute Erinnerungen hat sie an die Arbeit mit ABBA-Mitglied Björn Ulvaeus an „The Winner Takes It All“. Er kam zu den Proben. „Als ich ,Durch die Finger rinnt die Zeit‘ vor ihm und seiner Frau gesungen habe, fing sie an zu weinen. Als Sängerin fühlt man sich grandios, wenn der Komponist sagt: Ich bin tief berührt.“

Ein Jahr nachdem Fortenbacher nicht mehr die Donna gab, übernahm sozusagen Meryl Streep den Part von ihr und spielt ihn sowohl in „Mamma Mia! Der Film“ als auch in der Fortsetzung „Mamma Mia! Here We Go Again“, der noch in den Kinos läuft. „Wir haben uns natürlich abgesprochen“, flachst die Sängerin. „Ich finde sie als Schauspielerin einfach nur toll.“

Fortenbacher ist noch bis zum 5. August in der Komödie „Pasta e basta“ in den Kammerspielen zu sehen. Im Oktober kommt sie mit einem Streisand-Abend ins Schmidt.

Carolin Fortenbacher: ABBA macht glücklich Mo 30.7., 20.00, Schmidt (S Reeperbahn), Spielbudenpl. 27–28, Karten ab 19,80