Theater-Tipp

Blue Man Group: Die „Blaumänner“ trommeln

Blue Man Group Pressefotos

Foto: Lindsey Best

Blue Man Group Pressefotos Foto: Lindsey Best

Blue Man Group gastiert ab heute im Mehr! Theater, mit einer Show „so bunt wie das Leben“

Hamburg.  Den Blaumann gibt es schon ewig. Als Overall trugen ihn nur Monteure, sie machten ihn zu einer weltweit bekannten Berufskleidung. Aber der „Blaumann“ als Künstler? Da musste sich erst die Blue Man Group gründen. Als solche tritt sie regelmäßig zu dritt auf und ist längst ein globales Unterhaltungs-Phänomen. In New York, Las Vegas, Boston, Chicago, Orlando (USA) und seit Jahren in Berlin bitten die „Blaumänner“ zur Party mit Multimedia-Performance. „Die einzige Show so bunt wie das Leben!“, lautet das Motto der Welttournee 2017/2018, auf der die Blue Man Group von Dienstag bis Sonntag erstmals im Mehr! Theater am Großmarkt gastiert.

Wer hinter den blau angemalten Gummimasken steckt, bleibt nebulös. Die drei stummen Performer mit den stechenden Augen umgibt stets etwas Mysteriöses. Wie bei der Deutschland-Premiere im November im Kölner Musical Dome wird das Trio multimediale auch in Hamburg von einer vierköpfigen Band begleitet, die teilweise hinter einem Gaze-Vorhang spielt.

Die Blue Man Group spielt auf Wasserwirbel-Trommeln und bearbeitet selbst gebaute Klangkörper wie die Drumbone, ein großes PVC-Röhrengeflecht aus Posaune (englisch: Trombone) und Trommel. Zur Show gehören ihre Klassiker wie Marshmallow-Werfen oder Farbbeutel-Spucken auf sich drehende Scheiben. Auch so entsteht Kunst. Dass die „Blaumänner“ ihre Werke im Saal sogleich zum Preis von 500 Euro unters Fan-Volk bringen wollen, gehört zu den besseren Gags einer spontan erscheinenden Performance.

Wie manch andere jetzt weltumspannende Show („Cirque du Soleil“, „Stomp“) entspringt auch die Blue Man Group der Underground-Kunstszene der 80er-Jahre. 1987 begannen Matt Goldman, Phil Stanton und Chris Wink, die für eine Catering-Firma in Manhattan arbeiteten, als Straßenkünstler und absolvierten Kurzauftritte in Parks und Clubs. Längst hat sich die Gruppe der Technologie angepasst: Nun gehören überdimensionale Smartphones zum Bühnenbild, die obligatorischen Mitmachteile zur Show. So wie in Köln darf in Hamburg je eine Zuschauerin mittrommeln. Und je ein Besucher wird richtig gut verpackt – in einen weißen Anzug. Danach blau angesprüht, wird er hinter der Bühne am Seil gegen eine weiße Wand geworfen-- fertig ist ein weiteres Kunstwerk. Gratis zum Mitnehmen, für alle sichtbar dank Kameras und Großbildleinwand.

Die Blue Man Group nutzt eine große Spielwiese: Dann fliegen mit Helium gefüllte Ballone übers Publikum. Die Trommelstücke und die Effekte mit Bällen haben was. Aber die Musik auf Dauer und moderne Zirkusclownerie sind nicht immer jedermanns/jederfraus Sache beim Mix aus Percussion, Comedy, Performance, Wissenschaft und Kunst. Ein Happening – wenn man künstlerisch nicht zu viel erwartet.

Blue Man Group 13.-18.3., Di-Fr je 20.00, Sa 17.3., 16.00 + 20.00, So 18.3., 14.00 + 18.00, Mehr! Theater (Bus 3), Banksstr. 28., Karten zu 49,- (erm.) bis 94,-; www.mehr.de

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