Kino-Tipp

Einblick in das Leben von Popikone Grace Jones

Elegant und doch kraftvoll, charmant und streitbar: Grace Jones (69) setzt sich als Model, Sängerin, Songschreiberin, Produzentin und Schauspielerin in Szene

Elegant und doch kraftvoll, charmant und streitbar: Grace Jones (69) setzt sich als Model, Sängerin, Songschreiberin, Produzentin und Schauspielerin in Szene

Foto: Kristian Sibast

Ein ständig wechselnder, dennoch individueller und schillernder Look, eine einzigartige Stimme, ein kämpferisches Image. Stilikone, Rollenmodell. Natürlich ist es Zufall, dass eine Kino-Dokumentation über Grace Jones an dem Tag in Hamburg startet, an dem Lady Gaga in der Hamburger Barclaycard Arena auftritt. Dennoch haben beide Diven viele Gemeinsamkeiten. So viele, dass Grace Jones der Gaga vor zwei Jahren in Interviews vorwarf, eine seelenlose Kopie von ihr zu sein, die sich nicht auf den gleichen Hutdesigner – Philip Treacy – beschränke. Kühl lehnte Grace Jones Lady Gagas Angebot einer musikalischen Zusammenarbeit ab.

Aber auch das kann sich ändern. Denn Grace Jones und ihr Gemüt können so sonnig und einnehmend, so stürmisch und donnernd sein wie das Wetter in der Karibik. Einem Filmproduzenten, der sie Anfang der 70er-Jahre im Bademantel mit Champagner empfing, schüttete sie das Getränk ins Gesicht und ging. Und machte Karriere. Geboren 1948 in Spanish Town auf Jamaika, wuchs Jones bei ihrer religiösen Großmutter und deren prügelnden zweiten Ehemann auf. In den 60ern folgte sie ihren Eltern nach New York, sang und tanzte in Nachtclubs, begann zu modeln und wurde Stammgast im Promi-Disco-Moloch Studio 54.

Mit dem fünften Album „Nightclubbing“ begann 1981 ihr internationaler Aufstieg zum Superstar des absurden Pop- und Modetheaters. Ihre Mischung aus Eleganz, Kühle und einschüchterner Kraft trieb sie auf die Spitze als Film-Amazone in „Conan der Zerstörer“ (1984) und als James Bonds Gegenspielerin in „Im Angesicht des Todes“ (1985). Welthits wie „Slave To The Rhythm“ begleiteten die Film- und Modekarriere. Ein Image-Imperium. Über das herrscht „Amazing Grace“ Jones auch mit (offiziell) 69 Jahren – als Mutter und Großmutter – souverän. Umso exklusiver sind die Einblicke, die sie Sophie Fiennes für den Dokumentarfilm „Bloodlight And Bami“ gewährte. Eine Audienz mit der Person, die Kunst ist. Und vice versa.

„Grace Jones: Bloodlight And Bami“ Mi 24.1. bis Mi 31.1., täglich im Abaton,
Koralle, Studio, Zeise (ab 25.1.)